Caritas lädt zur Generationen-Schifffahrt

Alt und Jung in einem Boot

Mit der "MS RheinEnergie" fuhr Papst Benedikt seinerzeit in die Dom-Metropole ein. Jetzt schipperten auf ihr Senioren und Jugendliche aus dem gesamten Erzbistum Köln zusammen mit dem Kardinal auf dem Rhein. Die Begegnung von Jung und Alt stand im Mittelpunkt.

Alt und Jung in einem Boot / © Julia Rosner (Kirchenzeitung Koeln)

Die Stimmung war gut an Bord der "MS-RheinEnergie": spätestens als mehrere hundert Kehlen "Mer losse d'r Dom en Kölle" sangen, wurde geklatscht und geschunkelt. Über 450 Senioren und 130 Jugendliche waren an diesem Dienstag gemeinsam auf dem Rhein unterwegs. Der Diözesanverband der Caritas im Erzbistum Köln hatte zum traditionellen Ausflug "Alt und Jung in einem Boot" eingeladen.

Im Mittelpunkt standen das Miteinander und die Begegnung der Generationen. Ein Thema, das auch dem Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki wichtig ist, darum war er – bereits zum vierten Mal – wieder mit dabei. Geduldig schüttelte er Hände, stellte Fragen, hörte den Seniorinnen und Senioren zu. "Ich finde das großartig, dass es hier eine Möglichkeit der generationenübergreifenden Begegnung gibt", sagt er. Einer der Höhepunkte des Ausflugs war die Andacht, die er gemeinsam mit den Senioren und Jugendlichen auf dem Schiff feierte.

Appell von Papst Benedikt XVI.

Die Aktion geht zurück auf den Weltjugendtag 2005: "Wir dürfen die alten Menschen nicht ihrer Einsamkeit überlassen", mahnte Benedikt XVI. während des Abschlussgottesdienstes auf dem Kölner Marienfeld. "Daraus entstand die Idee, Jung und Alt in ein Boot zu holen, und das nicht nur sprichwörtlich", so Frank Johannes Hensel, Direktor des Diözesan-Caritasverbandes für das Erzbistum Köln. Der lädt seitdem einmal im Jahr Bewohner von Caritas-Pflegeeinrichtungen und Jugendliche katholischer Schulen und Bildungseinrichtungen aus dem Erzbistum zu einer Bootstour ein.

Für Julia Zurhelle vom Berufskolleg St.-Nikolaus-Stift in Zülpich war es keine Frage, ob sie mitmacht: "Die Schule hat uns das angeboten und wir fanden das interessant", erzählt sie. "Es war schön zu sehen, für was sich die alten Menschen begeistern und wir haben gemeinsam Lieder gesungen." Und ihr Mitschüler Noah Kremer ergänzt: "Wir hatten uns so viel zu erzählen und wir haben viel gelacht an unserem Tisch."

Begegnungen im Alltag?

So sehen das auch die Seniorinnen und Senioren, mit unterwegs waren. Für Margarete Kurth aus dem Franziskus-Haus in Wülfrath war es das erste Mal:  "Und ich bin froh, dass ich dabei bin", sagt sie, "ich hätte mir das nicht so schön vorgestellt!" Und Renate Lich aus dem St. Hubertusstift in Düsseldorf fügt hinzu: "Ich habe mich besonders darüber gefreut, dass die Jugendlichen sich hier so nett um uns gekümmert haben." 

Begegnung, Spaß und ein Miteinander von Alt und Jung - die standen an diesem Tag im Mittelpunkt. Aber eigentlich sollte es solche Begegnungen auch im Alltag häufiger geben, das wünscht sich Kardinal Woelki: "Ich glaube, dass wir lernen müssen, aufeinander zuzugehen und dass die Jungen von den Alten, ihrer Lebenserfahrung und ihrer Weisheit lernen können", sagt er. Zugleich sei es für die Älteren wichtig, mit den Jüngeren in Kontakt zu kommen. "Ich habe heute gemerkt, wie deren Herz aufgegangen ist, wie sie sich selbst noch mal an ihre eigene Kindheit und Jugend erinnert und wie froh sie das macht!"

Kardinal Woelki an Bord der MS RheinEnergie / © Julia Rosner (Kirchenzeitung Koeln)
Die MS RheinEnergie / © Julia Rosner (Kirchenzeitung Koeln)
Quelle:
DR