Bischof nennt Zerstörung in Stuttgarter Kirche "widerwärtig"

"Akt exemplarischer Dummheit"

Mit Abscheu hat der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, auf die Zerstörungen reagiert, die Unbekante in der Stuttgarter Johanneskirche verursacht haben. Er sprach von einem "Akt exemplarischer Dummheit."

Die Johanneskirche in Stuttgart ist von unbekannten Tätern demoliert worden / © Bernd Weißbrod (dpa)
Die Johanneskirche in Stuttgart ist von unbekannten Tätern demoliert worden / © Bernd Weißbrod ( dpa )

Das erklärte July auf der Internetseite der Landeskirche. Die Verwüstung sei "widerwärtig": "Ich fordere den oder die Täter auf: Kehrt um. Entschuldigt euch. Helft die Schäden zu beseitigen. Stellt euch", appellierte der Bischof.

Purer Vandalismus

Die Unbekannten hatten in der Nacht zum Samstag vier Fensterscheiben eingeschlagen und waren ins Gebäude eingestiegen. Im Inneren demolierten sie mehr als 20 Fenster mit zum Teil hochwertiger Glasmalerei. Die Eindringlinge brachen Schränke auf, warfen eine Schranktüre von der Empore in den Kirchenraum und rissen Bänke aus der Verankerung.

Des Weiteren wurden Regale umgeworfen und Gesangbücher durch die Kirche geschleudert. Die Täter versprühten zudem den Inhalt eines Feuerlöschers.

Oberbürgermeister entsetzt

Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf mehrere zehntausend Euro. Gemeindepfarrer Christoph Dinkel sagte, Besucher hätten sich erschüttert gezeigt, dass "ihre" Kirche so einer Zerstörungswut ausgesetzt gewesen sei.

Auch Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) reagierte entsetzt auf den Vandalismus. Es handele sich um einen "Akt blinder Zerstörungswut und des Kulturbruchs", teilte die Stadt mit. Die Johanneskirche im Stuttgarter Westen wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts in neugotischem Stil erbaut und liegt auf der Halbinsel eines Löschwasserteichs.

Quelle:
epd
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