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Adventskalender sind zum Freuen da

Gibt es eigentlich irgendeine Art von Adventskalender, die es noch nicht gibt? Frage ich mich, als ich durch einen Bücherprospekt blättere.

Adventskalender 2020 (Adveniat)

Denn: Neben den Büchern findet sich geradezu eine Flut von Adventskalendern.

Ich staune, denn es ist durchaus eine intelligente Flut von Adventskalendern. Vom Astronomie-Adventskalender über ein Programmierspiel in 24 Stufen bis hin zu einem Radio in 24 Teilen zum Selberlöten.

Auch wenn ich als Radiofrau Letzteren besonders charmant finde, wird mir die Adventskalenderflut unheimlich.

Fehlen eigentlich nur noch Adventskalender für Tiere denke ich halb belustigt, halb beängstigt. Bevor ich den Gedanken zu Ende gedacht habe, haben meine Finger in der Suchmaschine schon nachgeschaut.

Als erstes finde ich: „Bei uns dürfen sich auch empfindliche Hunde an 24 Tagen über feine Leckereien freuen – und das natürlich ganz ohne Getreide. An Heiligabend versteckt sich neben einer Weihnachts-Backstange auch eine schöne Spielzeug-Überraschung.“

Wahrscheinlich war es naiv und auch ein bisschen billig von mir, dass ich überrascht bin. Denn warum sollte es neben den ganzen Tee und Gewürzen, Spielzeug und Kosmetik, Rätsel und Spirituosen und ich weiß nicht, was noch alles an Adventskalendern, nicht auch solche für Tiere geben?

Doch jetzt habe ich die Bescherung, jetzt muss ich über Adventskalender nachdenken.

Da habe ich was zu tun. Denn meine Beziehung zu Adventskalendern ist mehr als ambivalent.

Zum Beispiel habe ich, als ich meinen Mann und sein Faible für eine amerikanische Musiktruppe mit Rosen und Totenköpfen als Erkennungszeichen kennenlernte, hingebungsvoll kleine Apothekendöschen mit Rosen und Totenköpfen bemalt und kleine Aufmerksamkeiten darin versteckt.

Aber als die Kinder klein waren, wollte ich nicht noch mehr Spielzeug und Süßigkeiten verstecken.

Stattdessen gab es bei uns einen Adventsweg mit 24 Teelichtern. Jeden Abend wurde ein Licht mehr angezündet und Maria und Josef wanderten eine Kerze weiter.

Das ging so lange gut, bis mir in Kollege einen Schokokalender auf den Tisch legte und sagte: Deine armen Kinder brauchen auch was zum Auspacken. Ab dann gab es den Kalender jedes Jahr vom Kollegen für die „armen“ Kinder.

Tja. Was soll ich sagen? Seitdem die Großen in der Weltgeschichte unterwegs sind, haben sich schon diverse WGs mit ihnen über Adventskalender zum Backen und Raten und Spielen gefreut.

Vermutlich sollte ich also fein vorsichtig sein, bevor ich mich öffentlich über kommerzielle Adventskalender auslasse.

Stattdessen wünsche ich Ihnen hinter jedem Türchen, das sie ab heute öffnen, eine kleine, aber echte Freude.

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