Abschiedsbrief von Nikolaus Groß wird im Essener Dom ausgestellt

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Im Essener Dom sollen künftig drei Seiten aus dem Abschiedsbrief des Seligen Nikolaus Groß ausgestellt werden. Für Besucher werde zudem ein Faltblatt ausgelegt, in dem das in Sütterlin verfasste Original in Druckschrift zu lesen sei.

Bild des Widerstandskämpfers Nikolaus Groß bei dessen Seligsprechung / © Romano Siciliani/Agenzia Romano Siciliani (KNA)
Bild des Widerstandskämpfers Nikolaus Groß bei dessen Seligsprechung / © Romano Siciliani/Agenzia Romano Siciliani ( KNA )

Dabei handelt es sich um eine originalgetreue Kopie des Schreibens, das der katholische Arbeiterführer und Journalist am 21. Januar 1945, zwei Tage vor seiner Hinrichtung durch die Nationalsozialisten, in seiner Berliner Todeszelle verfasste, wie das Bistum Essen am Dienstag mitteilte. Dompropst Thomas Zander sprach bei der Präsentation von einem "wichtigen Schritt, die Erinnerung an Nikolaus Groß zu pflegen und zu vertiefen."

Die Kopie des Abschiedsbriefes ist laut Angaben in der Nikolaus-Groß-Kapelle im rechten Seitenschiff des Doms ausgestellt. Dort sind auch die Faltblätter erhältlich.

Nikolaus Groß

Der 1898 geborene Groß arbeitete zunächst als Bergmann und dann als Redakteur. Der siebenfache Familienvater war als Gewerkschafter unter anderem in der Katholischen Arbeiter-Bewegung (KAB) aktiv und engagierte sich früh im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Er wurde im Zusammenhang mit dem Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 verhaftet.

Der Volksgerichtshof unter Roland Freisler verurteilte ihn am 15. Januar 1945 in Berlin zum Tode; am 23. Januar 1945 wurde er in Plötzensee durch Erhängen hingerichtet. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 7. Oktober 2001 in Rom selig. In Hattingen-Niederwenigern, wo Groß am 30. September 1898 geboren wurde, ist ihm ein Museum gewidmet.

"Hochzufrieden"

Bernhard Groß, eines der sieben Kinder von Nikolaus Groß, äußerte sich "hochzufrieden" darüber, dass nun der Abschiedsbrief den Bronzekopf seines Vater sowie die künstlerisch gestaltete Glaswand in der Kapelle ergänzt. Er sei nun öffentlich zugänglich und lagere nicht in einem Museum oder Archiv. Das Schreiben sei "ein ergreifendes Glaubenszeugnis eines Mannes im Angesicht des Todes".

Quelle:
KNA