Abbas will mehr Unterstützung von Palästinensern

"Kein Staat ohne Gaza"

Einen Staat Palästina ohne den Gazastreifen und ohne Ostjerusalem als Hauptstadt wird es nach Worten des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas nicht geben: "Jerusalem und Palästina sind nicht zu verkaufen oder zu verhandeln."

 (DR)

Das sagte er laut Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur "Wafa" (Sonntagabend) am Sonntag beim Palästinensischen Zentralrat, einem Organ der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), in Ramallah. Es werde keinen Staat in Gaza noch einen Staat ohne Gaza noch einen palästinensischen Staat in temporären Grenzen mit der PLO geben. Das palästinensische Volk gehe durch "die vielleicht gefährlichste Phase überhaupt", in der es um das Weiterbestehen gehe, so Abbas weiter.

Der palästinensische Präsident kritisierte die unentschuldigte Abwesenheit etlicher Mitglieder des Zentralrats und rief die Palästinenser dazu auf, sich einheitlich hinter die PLO als ihre einzigen legitimen Vertreter zu stellen.

Kritik übte Abbas laut Bericht auch an dem von der US-Regierung angekündigten "Jahrhundertdeal" zur Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts. Amerika habe "Jerusalem geschluckt", seine Botschaft dorthin verlagert, die Frage des Rückkehrrechts der palästinensischen Flüchtlinge beendet sowie das UN-Flüchtlingshilfswerk für Palästinenser (UNRWA) geschlossen. Ein amerikanischer Deal werde vor diesem Hintergrund nicht angenommen werden.

Israelis demonstrieren gegen Raketenbeschuss aus Gaza

Israelische Bewohner der Grenzregion zum Gazastreifen haben am Montagmorgen den Güterübergang Kerem Schalom blockiert. Sie demonstrierten laut örtlichen Medien gegen den anhaltenden Raketenbeschuss aus Gaza. Den Angaben zufolge wurden Dutzende Lastwagen an der Weiterfahrt nach Gaza gehindert.

Üblicherweise passieren rund 800 Lkws täglich den einzigen Warengrenzübergang zwischen Israel und Gaza, wie die Tageszeitung "Jerusalem Post" unter Berufung auf Zahlen der israelischen Koordinationsstelle für Regierungsaktivitäten in den besetzten Gebieten (COGAT) berichtet.

Kein neuer Protest

Israelis in der Grenzregion protestieren seit Tagen gegen den anhaltenden Beschuss. Innerhalb des Gazastreifens demonstrierten unterdessen laut Medienberichten Sonntagnacht Hunderte Palästinenser gegen die jüngsten israelischen Luftangriffe. Die Lage am Gazastreifen ist seit Ende März angespannt und hat sich in den vergangenen Tagen erneut verschärft. Militante Gruppen feuerten Dutzende Raketen auf Israel. Israel reagierte mit Luftaufgriffen auf mehrere Ziele in dem Küstenstreifen, bei denen nach Berichten am Sonntag drei palästinensische Jugendliche getötet wurden.

Palästinensische Demonstranten im Gazastreifen fordern seit Monaten eine Aufhebung der seit 2007 herrschenden Blockade sowie eine Rückkehrmöglichkeit in ihre Heimatorte. Insgesamt wurden seit Beginn der teils gewaltsamen Proteste mehr als 200 Palästinenser getötet.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas / © Majdi Mohammed (KNA)
Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas / © Majdi Mohammed ( KNA )
Quelle:
KNA