111. Deutscher Ärztetag in Ulm eröffnet

Behandlung nur gegen höhere Honorare?

In Ulm ist am Dienstag der 111. Deutsche Ärztetag eröffnet worden. Bis Freitag debattieren rund 250 Delegierte bei der Jahreshauptversammlung der Ärzteschaft über gesundheitspolitische Leitsätze und die Umwälzungen im Gesundheitssystem. Zur Eröffnungsveranstaltung reiste auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt an. Vom Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, wurde ein Grundsatzreferat erwartet.

 (DR)

Schmidt hatte vor Beginn des Ärztetages bekräftigt, dass die Arztvergütungen im Zuge der geplanten Honorarreform 2009 angehoben werden sollen. Bei der Höhe der Honorare legte sie sich aber weiter nicht fest. Darüber werde zwischen den Kassen und den Ärzten verhandelt, sagte die Ministerin im Deutschlandfunk. Sie verwies erneut auf Schätzungen von Experten, die von einer zehnprozentigen Steigerung im kommenden Jahr ausgehen, was rund 2,3 Milliarden Euro entsprechen soll. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung geht von einem weitaus höheren Bedarf in Höhe von 4,5 Milliarden Euro aus.

Ulmer Papier
Neben der Honorierung wird auch der Entwurf eines "Ulmer Papiers" die Diskussion der Delegierten bestimmen, in dem die Ärzteschaft gesundheitspolitische Leitsätze formuliert. Zu den Forderungen zählt unter anderem die Einrichtung eines Gesundheitsrates, der vor dem Hintergrund des Kostendrucks Prioritäten in der Gesundheitsversorgung definieren soll. Zur Debatte stehen außerdem die elektronische Gesundheitskarte und die Situation Demenzkranker in Deutschland.

Der Deutsche Ärztetag wurde 1873 ins Leben gerufen und findet jährlich an wechselnden Orten statt. Die Delegierten werden von der Bundesärztekammer und den 16 Landesärztekammern entsendet.