07.09.2018

Ein Kommentar zur Kirche in der Krise

Bei Euch soll es nicht so sein …

Die katholische Kirche im Jahre 2018: Das Allerheiligste und das Allerschändlichste wird für Machtkämpfe missbraucht. DOMRADIO.DE-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen verzweifelt schier und empfiehlt dringend Demut und Dienen als probates Heilmittel.

Man hat den Eindruck, die Mächtigen dieser Welt toben sich gerade besonders aus. Da sind Kriege, wie z.B. der in Syrien, wo nunmehr seit Jahren erbittert um die Vorherrschaft gekämpft wird. Ohne jede Rücksicht auf Verluste. Aber es sind nicht nur die Kriege: Terror, Korruption, Machtkämpfe und Machtmissbrauch so weit das Auge reicht. Selbst diejenigen, die doch alle Macht in ihren Händen halten, haben noch immer nicht genug davon. Ob sie nun Kim Jong-un, Erdogan, Putin oder Trump heißen. Jeder will der Allergrößte sein. Da ist jedes Mittel recht: Lüge, Verrat, Täuschung, Beugung des Rechtes – steter Machtmissbrauch ist überall an der Tagesordnung und inzwischen längst salonfähig. Selbst dem selbsterklärten mächtigsten Mann der Welt, dem US-Präsidenten, geht es zu allererst immer nur um sich selbst. Lug und Trug statt Recht und Gerechtigkeit. Inzwischen registriere ich bei mir, dass ich mich irgendwie schon an den permanenten Machtmissbrauch in dieser Welt gewöhnt habe. Dass ein Präsident unentwegt lügt – es ist eben so – es wird normal..

Es gibt leider Anzeichen dafür, dass dieses System des Machtkampfs und Machtmissbrauchs höchst ansteckend ist. Selbst Mutter Kirche scheint dagegen nicht immun. Beim bischöflichen Streit um die Handreichung zur Kommunion für konfessionsverschiedene Ehepaare gewannen Beobachter den Eindruck, es gehe hier vielleicht bei einigen nicht nur um die letzten Glaubenswahrheiten. Bei den bekannt gewordenen Fällen von Missbrauch, Machtmissbrauch, Lüge und Vertuschung in der katholischen Kirche von Pennsylvania ist ein offener Machtkampf voll entbrannt, inzwischen nicht nur in der amerikanischen Kirche und Bischofskonferenz: Wenn der Heilige Vater auf offener Bühne von seinem ehemaligen bischöflichen Botschafter der Lüge beschuldigt und zum Rücktritt aufgefordert wird – ja selbst US-Kardinal Burke in diesem Zusammenhang erklärt, Rücktrittsforderungen seien grundsätzlich erst einmal legitim, wird deutlich: Der Machtkampf hat längst auch den Vatikan erreicht. Als einfacher Christ denkt man sich da, das darf doch alles nicht wahr sein! Ja – Streit um die Sache, um den richtigen Weg ist richtig und wichtig. Aber bitte keine selbstverliebten Kämpfe um die Macht! Erst recht nicht beim Sakrament der Kommunion und auch nicht beim Thema Missbrauch. Das Allerheiligste und das Allerschändlichste dürfen nicht für Machtkämpfe missbraucht werden! Das sind wir Gott und den Opfern schuldig. Gerade hier muss die Weisung Jesu gelten: „Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein!“ (Mk 10,42). Ein bisschen mehr Demut und Dienen ist für das ganze Volk Gottes in diesen Tagen vielleicht ein probates Heilmittel. Bei richtiger mehrmaliger Anwendung mag es auch vor falschem Machtgebrauch und Missbrauch schützen.

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