Reportage

Kardinal Marx kritisiert Debatte um Obergrenze

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die Debatte um eine Obergrenze für die Flüchtlingsaufnahme kritisiert. Man könne nicht davon ausgehen, das Problem sei erledigt, wenn man eine Obergrenze festlege, sagte der Münchner Erzbischof bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Berlin. Dabei betonte Marx, die Kirchen plädierten nicht dafür, unbegrenzt Menschen in Deutschland aufzunehmen. Das Problem müsse aber umfassender angegangen werden, als mit einer Obergrenze. Marx verwies unter anderem auf die nötige Hilfe für Herkunftsländer von Flüchtlingen. CDU und CSU hatten am Sonntagabend einen Kompromiss zu der von den Christsozialen geforderten Begrenzung der Flüchtlingsbewegung nach Deutschland gefunden. Der katholische Bischof wollte nicht bewerten, ob eine Obergrenze christlich oder unchristlich sei. Marx unterstrich auch die ablehnende Haltung der Kirche zur Aussetzung des Familiennachzugs für die Gruppe der subsidiär Geschützten. Das sei nicht nur eine humanitäre Frage, es gehe auch um Integration. Familien gehörten zusammen, forderte er. Wer das «C» im Namen führe, komme aber an der katholischen Soziallehre nicht vorbei.

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