Blick über Budapest
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10.09.2021

Eucharistischer Weltkongress in Ungarn mit vielfältigem Angebot Budapest feiert ein Fest des Glaubens

Eucharistische Weltkongresse sollen das Verständnis und die Verehrung des Sakramentes der Kommunion in der Kirche fördern. Eine reine Gebetsveranstaltung ist das aktuelle Großtreffen in Ungarn aber sicher nicht.

"Alles Reden über Eucharistie ist begrenzt. Eucharistie müssen wir leben und feiern. Eucharistie müssen wir empfangen." Beim noch bis Sonntag dauernden 52. Internationalen Eucharistischen Kongress in Budapest wird zwar viel über das Sakrament der Kommunion gesprochen. Dennoch haben die ungarischen Veranstalter für das wegen Corona um ein Jahr verschobene Treffen eine Mischung aus theologischen Impulsen, Gottesdienstfeiern, Eucharistischer Anbetung und Glaubenszeugnissen sowie kulturellen Begleitveranstaltungen auf die Beine gestellt.

Mehr als 6000 Teilnehmende

Für die 6.000 registrierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die seit Montag im Budapester Messezentrum "Hungexpo" den Katechesen, Workshops und Glaubenszeugnissen folgen und Gottesdienste feiern, tut sich auch ein Blick in die Weltkirche auf. Anders als bei früheren Eucharistischen Kongressen, die nach den Weltjugendtagen zu den größten Massenveranstaltungen der katholischen Kirche zählen, liegt das diesmal aber nicht so sehr an den angereisten Pilgern. Für die internationale Breite in den weitläufigen Hallen des Messegeländes sorgen mehr als 60 Rednerinnen und Redner aus fast 40 Ländern auf fünf Kontinenten.

Unter ihnen sind zahlreiche Bischöfe, wie der irakische Kardinal Louis Raphael Sako, der emeritierte afrikanische Kurienkardinal Robert Sarah, Kardinal Andrew Yeom Soo-jung aus Seoul oder Erzbischof Jose Palma von Cebu (Philippinen). Mit Alfredo Jose Espinoza Mateus ist der Erzbischof von Quito (Ecuador) gekommen, wo 2024 der nächste Eucharistische Weltkongress stattfinden soll.

Frömmigkeit und Nächstenliebe gehörten zusammen

Viele Redner beim Kongress halten fest, dass zwischen eucharistischer Frömmigkeit und dem Dienst am Nächsten ein untrennbarer Zusammenhang besteht: "Wir teilen nicht nur das Brot des Himmels. Wir müssen auch unser irdisches Brot teilen", sagte etwa der emeritierte Erzbischof von Abuja, John Onaiyekan. Eucharistie bedeute auch einen "prophetischen Schrei" nach "Gerechtigkeit, nach einem Krieg gegen Armut, gegen Hunger, gegen die Unterdrückung der Schwachen", formuliert es Kardinal Charles Maung Bo aus Myanmar.

Auch außerhalb des Messegeländes ist der Weltkongress präsent: Die Auftaktmesse feierten 20.000 Menschen auf dem Heldenplatz in der Innenstadt von Budapest mit; 1.200 Kinder aus ganz Ungarn empfingen dabei ihre Erstkommunion. Begleitet wird das Kongressprogramm von etlichen kulturellen Veranstaltungen wie Ausstellungen und Konzerten. Auf dem Platz vor der Budapester Stephansbasilika gibt es daneben täglich ein Bühnenprogramm.

"Alle meine Quellen entspringen in dir", lautet das Psalm 87 entlehnte Motto. Der Kongress ist "ein Ort, an dem wir zur Quelle kommen, an dem wir als Menschheit, als Kirche zum Herrn kommen und ihm erlauben, uns zu erneuern, uns mehr Kraft zu geben, damit wir inmitten dieser sehr unruhigen Welt weiterleben und Hoffnung finden können", so der Kardinal von Quebec, Gerald Lacroix, zum Sender Radio Vatikan.

Höhepunkt: Besuch von Papst Franziskus

Zum Höhepunkt und Abschluss des Weltkongresses wird Papst Franziskus am Sonntag zu einem großen Gottesdienst in Budapest erwartet. Nur sieben Stunden dauert sein Blitzbesuch, bevor er in die Slowakei weiterreist. Das sorgte schon im Vorfeld für viele Spekulationen rund um die offensichtlichen Differenzen zwischen dem Papst und der ungarischen Regierung etwa beim Thema Geflüchtete. Konkrete Konflikte wiesen Ungarns Bischöfe jedoch zurück. Für die Freiluftmesse am Sonntag mit Franziskus auf dem Heldenplatz rechnen die Organisatoren mit mehr als 100.000 Mitfeiernden.

Der Papst mache in Budapest eine "rein spirituelle Pilgerreise zu Ehren des Heiligsten Sakraments", betonte Vatikan-Sprecher Matteo Bruni vor dem Abflug des Kirchenoberhaupts aus Rom. Normalerweise nähmen die Päpste nicht persönlich an Eucharistischen Weltkongressen teil, sondern entsendeten Vertreter. Dass Franziskus selbst nach Budapest reist, sei daher "ein Zeichen von großer Wertschätzung", so der ungarische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Eduard Habsburg.

Andreas Gutenbrunner
(KNA)

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