Wassermangel im Jemen
Rar im Jemen: Frisches Wasser und Essen
Arabien-Bischof Paul Hinder
Arabien-Bischof Paul Hinder

02.03.2021

Bischof Hinder: Jemen "weiter am Rand einer Katastrophe" Keine Perspektive für baldigen Frieden

Der für Arabien zuständige Bischof Paul Hinder sieht das Krisenland Jemen "weiter am Rand einer Katastrophe". Deutschland hat derweil eine humanitäre Hilfe in Höhe von 200 Millionen Euro für den Jemen zugesagt.

Dem Portal "Vatican News" sagte Hinder (Montag): "Ohne Waffenstillstand und politische Lösung wird der Krieg einfach weitergehen - innerhalb des Jemen und leider auch mit dem Einfluss von draußen." Der Schweizer äußerte sich zu Beginn einer internationalen Geberkonferenz in Genf. Dort wollen die UN mehrere Milliarden Euro Hilfsgelder für die notleidende Zivilbevölkerung des Bürgerkriegslandes sammeln.

Eine Perspektive für baldigen Frieden gibt es laut Hinder nicht. Er sehe "bei denen, die so eine Entscheidung treffen könnten, nicht den Willen dazu"; keiner der Akteure traue dem anderen. Unter solchen Umständen sei es schwierig, eine gemeinsame Basis zu finden, so der Bischof.

Hilfe von außen fast unmöglich

Von außen irgendetwas für den Jemen zu tun, halte er für fast unmöglich. "Zwar bleibt uns die Hoffnung, aber manchmal fragen auch wir: Warum, Herr? Warum?"

Im Jemen, dem ärmsten Land auf der Arabischen Halbinsel, kämpfen seit Jahren Regierungstruppen gegen schiitische Huthi-Rebellen. Das führte im März 2015 zur Intervention einer vom Nachbarn Saudi-Arabien geführten Militärallianz.

Deutschland sagt 200 Millionen Euro für den Jemen zu

Die Bundesregierung hat auf der virtuellen Geberkonferenz für den Jemen humanitäre Hilfe in Höhe von 200 Millionen Euro zugesagt, darunter 73 Millionen Euro aus dem Haushalt des Entwicklungsministeriums (BMZ). Es gehe darum, "die schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt" abzuwenden, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Montag in Berlin. Die Vereinten Nationen beziffern den humanitären Gesamtbedarf für Jemen auf 3,8 Milliarden US-Dollar.

"Die brutalen Kämpfe im Bürgerkrieg nehmen wieder zu, der politische Prozess kommt nicht voran", beklagte Müller. Für die Menschen sei die Lage dramatisch. 80 Prozent der 30 Millionen Menschen im Jemen benötigten humanitäre Hilfslieferungen. Zwölf Millionen Kinder seien auf Essensrationen angewiesen. Viele von ihnen kämpften jeden Tag um das Überleben.

Mittel für Schulspeisung und Trinkwasserversorgung

Die zusätzlichen Mittel der Entwicklungszusammenarbeit sollen nach Müllers Worten in Programme für Schulspeisungen, Trinkwasserversorgung und Gesundheit fließen. Er forderte zugleich die EU und andere Geberländer auf, "deutlich mehr zu leisten".

Außenminister Heiko Maas (SPD) warb ebenfalls eindringlich um weitere Gelder. "Neue blutige Kämpfe um Marib, Cholera- und Polio-Ausbrüche, Heuschreckenplagen - die Not der Menschen sprengt jede Vorstellungskraft", sagte der SPD-Politiker. Deutschland sei schon jetzt einer der wichtigsten humanitären Geber.

Wichtiges Zeichen der US-Regierung

Maas beklagte, dass sich einzelne Staaten ihrer Verantwortung entzögen oder Bürgerkriegsparteien sogar die humanitäre Hilfe blockierten. "Hoffnung auf echte Besserung gibt es nur, wenn es endlich gelingt, die Kämpfe zu stoppen."

Es sei ein wichtiges Zeichen, dass die neue US-Regierung diesen Konflikt zur Priorität gemacht und sich voll hinter die Vermittlung des UN-Sondergesandten Martin Griffiths gestellt habe.

Ergebnisse bisheriger Hilfen

Laut BMZ konnten durch deutsches Engagement über eine Millionen Kinder eine sichere Mahlzeit am Tag erhalten, 450 Schulen instand gesetzt werden und dadurch fast 500.000 Schüler trotz der Corona-Pandemie ihren Abschluss machen.

Für 7,5 Millionen Menschen sei die Wasser- und Abwasserversorgung aufrecht erhalten worden - was elementar für den Kampf gegen Seuchen wie Cholera sei. Ferner seien im Rahmen unseres Corona-Sofortprogramms zwölf Gesundheitseinrichtungen und 16 Isolierstationen eingerichtet worden, wovon eine Million Jemeniten profitieren.

(KNA)

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