Myanmar: Demonstranten zeigen den Drei-Finger-Gruß
Myanmar: Demonstranten zeigen den Drei-Finger-Gruß
Kardinal Charles Bo
Kardinal Charles Bo

08.02.2021

Auch Bischof mit Drei-Finger-Gruß in Myanmar Aufstand gegen das Militär

Eine Woche nach dem Putsch in Myanmar hat die Protestwelle am Montag mit einem Generalstreik das ganze Land erfasst. Auch Erzbischof Marco Tin Win war unter den Protestanten und zeigte den Drei-Finger-Gruß als Symbol des Widerstands.

Hunderttausende Menschen gingen auch am dritten Tag der Proteste in Rangun, in Mandalay, in der Hauptstadt Naypyitaw und anderen Städten und Dörfern auf die Straße, während sich landesweit ganze Berufsgruppen dem Streik anschlossen.

In Rangun brachten Zehntausende Demonstranten am Montag den Verkehr zum Stillstand. Vor allem junge Leute brachten mit englischsprachigen Transparenten der internationalen Öffentlichkeit ihre Ablehnung der Militärherrschaft zum Ausdruck. "Zur Hölle mit der Diktatur"; "Ihr habt euch mit der falschen Generation angelegt" oder "#wir brauchen Demokratie" war dort auf Fotos in den Sozialen Medien zu lesen.

Aus den Industriegebieten von Rangun zogen Tausende Arbeiter zu den Protestveranstaltungen in der Innenstadt, wie das Portal "Frontier Myanmar" meldet.

Geistliche unter den Demonstranten

In Mandalay waren der katholische Erzbischof Marco Tin Win und viele Priester unter den Demonstranten, wie Kardinal Charles Bo, Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz von Myanmar, am Montag twitterte. Zum Zeichen ihrer Solidarität gegen den Militärputsch hätten auch sie den Drei-Finger-Gruß als Symbol des Widerstands gezeigt.

Kardinal Bo teilte auch die Botschaft des Ordens der Schwestern vom Guten Hirten: "Wir stehen zu unserem Volk! Wir unterstützen gewaltfreie Demonstranten!"

Im westlichen Teilstaat Chin unterstützen Kirchen mit Essen und Unterkünften Beamte, die sich am Generalstreik beteiligen, berichtet "Frontier Myanmar". 90 Prozent der rund 500.000 Chin sind Christen; sie gehören mehrheitlich protestantischen Kirchen an.

Armee hat Macht an sich gerissen

Unmittelbar vor der konstituierenden Sitzung des neuen Parlaments hatte die Armee vor einer Woche die Macht an sich gerissen und einen zwölfmonatigen Notstand ausgerufen. Sie begründete den Staatsstreich mit unbelegten Vorwürfen einer Manipulation der Parlamentswahl vom November.

Staatsrätin Aung San Suu Kyi und ihre Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) hatten auch die zweite freie, demokratische Wahl seit dem Ende der jahrzehntelangen Militärdiktatur mit einem Erdrutschsieg gewonnen.

Suu Kyi, Staatspräsident Win Myint und Hunderte andere NLD-Politiker, kritische Journalisten und Bürgerrechtler wurden von den Putschisten festgenommen. Während inzwischen viele inzwischen wieder auf freiem Fuß sind, befindet sich Suu Kyi noch immer im Gewahrsam der Armee.

Als Übergangspräsident setzte die Armeeführung Myint Swe ein, der als Kommandant der Militärregion Rangun 2007 für die blutige Niederschlagung des "Safran-Revolution" genannten Aufstands der buddhistischen Mönche gegen das damalige Militärregime verantwortlich war.

Als eigentlicher Machthaber gilt jedoch Armeechef General Min Aung Hlain, gegen den die USA wegen seiner führenden Rolle bei der gewaltsamen Vertreibung der muslimischen Minderheit der Rohingya Sanktionen verhängt haben.

Michael Lenz
(KNA)

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