Symbolbild Kirchenaustritt
Symbolbild Kirchenaustritt
Kardinal Christoph Schönborn
Kardinal Christoph Schönborn

15.07.2020

Kardinal Schönborn in Sorge über "stillschweigende" Austritte "Aber das ist ein Teil der Religionsfreiheit"

Kardinal Christoph Schönborn zeigt sich besorgt über die wachsende Zahl von Kirchenaustritten. "Es gibt ein Phänomen, das die Kirche weltweit und besonders bei uns betrifft: Das sind die, die der Kirche stillschweigend den Rücken kehren."

Das sagte der Wiener Kardinal in einem Interview mit der Kooperationsredaktion der österreichischen Kirchenzeitungen. "Aber das ist ein Teil der Religionsfreiheit", so der langjährige Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz. "Wir sind keine Zwangsgemeinschaft. Das ist die Freiheit, die Gott uns gegeben hat."

Bilanz seiner Zeit als Wiener Erzbischof

In dem Interview zieht der 75-Jährige auch eine Bilanz seiner Zeit als Wiener Erzbischof. Eine starke Familie, sehr gute Freunde und ein tief sitzendes Gottvertrauen hätten ihn auch in so manchen schwierigen Zeiten getragen, sagte der Kardinal, der in den letzten Jahren unter anderem eine Krebserkrankung zu bewältigen hatte. "Vieles, was mir als Verdienst angerechnet wurde, war Fügung"

Schönborn erinnerte an den Beginn der Missbrauchskrise 2010. Damals habe er "ganz konkret erlebt, wie Gott geholfen hat", so der Kardinal. "Das Erste war, dass Generalvikar Franz Schuster schnell gehandelt hat. Die Generalvikare Österreichs haben eine Handreichung entwickelt, wie wir Bischöfe handeln sollen."

Weiter sei die unabhängige Opferschutzkommission unter dem Vorsitz der ÖVP-Politikerin Waltraud Klasnic gebildet worden, die bis heute "trotz immer wieder auftauchender, unberechtigter Kritik eine hervorragende Arbeit" leiste, so Schönborn. "Da habe ich Fügungen erfahren." Wörtlich fügte er hinzu: "Natürlich müssen wir mitspielen. Aber die Regie führt ein anderer."

Konflikte in der Kirche sind normal

Konflikte in der Kirche wolle er nicht überbewerten. "Das ist normal, weil Menschen verschiedene Lebensakzente haben, verschiedene kulturelle und religiöse Grundmuster. Damit muss man leben." In den vergangenen 50 Jahren habe er immer gehört, "wir stehen am Rand einer Kirchenspaltung, und sie ist nicht gekommen. Weil die Einheitskräfte stärker sind."

Als dringendste aktuelle Herausforderung für die Kirche nannte Schönborn, "dass wir uns daran erinnern: Gott ist Gott. Alle Geschehnisse im Leben, in der eigenen Umgebung, auf der ganzen Welt, sind geborgen in guten Händen. (...) Wir haben nicht die Garantie, dass es sofort gut wird. Aber es wird gut werden. Weil es nach diesem Pilgerleben ein Zuhause gibt."

(KNA)

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