US-amerikanische Bischöfe im Gottesdienst
US-amerikanische Bischöfe im Gottesdienst

13.11.2019

US-Bischofskonferenz erklärt Abtreibungsfrage zur Priorität Von der Papst-Linie abgewichen

Anders entschieden: Einen Tag nachdem der päpstliche Nuntius in den USA, Erzbischof Christophe Pierre, eine größere Nähe zu zentralen Themen des Papstes angemahnt hatte, haben die Bischöfe in den USA einen anderen Schwerpunkt gesetzt.

Bei der Abstimmung über eine kontroverse Passage im Wählerleitfaden "Forming Consciences for Faithful Citizenship" (etwa: Das Gewissen einer Staatsbürgerschaft im Glauben formen) setzte sich das Lager der eher konservativen Bischöfe gegen die Franziskus-nahen Hirten durch. Das Votum während der Herbstversammlung der Bischofskonferenz in Baltimore am Dienstag (Ortszeit) fiel laut dem Pressedienst CNS mit 143 zu 69 Stimmen deutlich aus.

Der Bischof von San Diego, Robert McElroy, hatte eine Formulierung kritisiert, in der die US-Bischöfe Abtreibung als "überragende Priorität" bezeichnen, "weil es ein direkter Anschlag auf das Leben selbst ist". McElroy wandte ein, diese Formulierung entspreche nicht der Schwerpunktsetzung des Papstes. Die Kirche vertrete nicht die Linie, dass Abtreibung "das überragende Thema in der Welt der katholischen Soziallehre ist".

Abstimmungsergebnis mit lautem Beifall quittiert

Der Kardinal von Chicago, Blase Cupich, schlug vor, dem Wahlleitfaden einen Absatz aus dem Apostolischen Schreiben des Papstes "Gaudete et exsultate" hinzuzufügen, der das Lebensthema in einen größeren Kontext rückt. Der neue Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Jose Gomez, bestand als Chef der Arbeitsgruppe für den Wählerleitfaden allerdings nicht darauf, das Papst-Zitat in den Text zu übernehmen.

Der Erzbischof von Philadelphia, Charles Chaput, verteidigte vor der Konferenz die Formulierung "überragende Priorität" als nicht nur korrekt, sondern "notwendig". Er sei gewiss nicht dagegen, den Heiligen Vater zu zitieren, sagte einer der Wortführer der konservativen US-Bischöfe. "Aber ich mag das Argument Bischof McElroys nicht, weil es nicht wahr ist."

Anschließend lehnte die Vollversammlung den Änderungsantrag von Kardinal Cupich mit dem vollen Papst-Zitat ab. In seltener Abweichung von der Etikette quittierte die Versammlung das Ergebnis mit lautem Beifall.

(KNA)

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