18.05.2019

Erste Frau des Opus Dei wird seliggesprochen "Heilig im Normalen"

Als erste Frau und Laiin des Opus Dei wird an diesem Samstag die Spanierin Guadalupe Ortiz de Landázuri in Madrid seliggesprochen. Sie baute die apostolischen Tätigkeiten des Werks in Mexiko mit auf – unter "völlig verrückten Bedingungen".

DOMRADIO.DE: Guadalupe Ortiz, wer war das?

Hartwig Bouillon (Leiter des Münsteraner Zentrums des Opus Dei): Sie war eine Chemielehrerin, die mit 27 Jahren in Madrid – wie es so oft vorkommt – zu spät in die Sonntagsmesse ging und dort den Impuls hatte, der Herr will etwas von ihr. Sie sagte das einem befreundeten Priester, der sie zu dem damals noch jungen Gründer des Opus Dei, dem Heiligen Josémaria Escríva, schickte. Diese Gespräche und die Begegnung gaben ihrem Leben eine neue Wende. Sie beschloss ihr Leben dann ganz dem Herrn zu geben. Von Freunden wird sie als eine fröhliche, mutige, entschlossene und warmherzige Person geschildert. Sie gehörte zu den ersten Frauen des Opus Dei in Spanien.

DOMRADIO.DE: Sie wird als erste Laiin des Opus Dei selig gesprochen. Was bedeutet das für Ihre Gemeinschaft?

Bouillon: Eine ziemlich entschlossene Frau, die gegen die gesellschaftlichen Widerstände der fünfziger Jahre in Spanien erst studierte, dann ihren Beruf ausübte und vor allem versuchte, diese Heiligkeit im Normalen zu leben. Das heißt, sie musste ihren Alltag gut gestalten, in der Schule mit einer gewissen Geduld und großen Festigkeit auftreten. Jeder Lehrer kennt diese Belastung in der Schule.

Sie war eine Frau, die motivieren konnte. Sie ging mit Anfang 30 nach Mexiko und hat dort die Bildungsarbeit des Opus Dei aufgebaut, unter völlig verrückten Bedingungen. Sie wurde zum Beispiel darauf hingewiesen eine Pistole mitzunehmen, wenn sie zu Krankenstationen gefahren ist, da die Wege dort als sehr gefährlich galten. Sie wollte aber keine Pistole, weil sie dafür zu nervös war, stattdessen war ihr ein Dolch lieber. Sie meinte, wenn alle Stricke reißen und jemand etwas von ihr wollte, hätte sie wenigstens einen Dolch.

DOMRADIO.DE: Weshalb führt diese Lebensgeschichte zur Seligsprechung?

Bouillon: Es führt nur dann zur Seligsprechung, wenn man diese Einheit in der Person versucht zu verstehen. Es ist ein Leben, das sich ganz auf Gott ausrichtet: Das Gebetsleben ist im Alltag integriert, gepaart mit dieser warmherzigen zuhörenden Art. Sie war für die anderen Menschen verfügbar und eben einfach ein guter Mensch. Eine Schülerin von ihr sagte später, Guadalupe war eine besondere Lehrerin, die sie nie vergessen habe. Sie erinnere sich noch an den Ton ihrer Stimme.

Sie hatte ein so lautes und schönes Lachen. Ja, das ist natürlich nichts Aufsehenerregendes. Aber gerade das ist ja die Botschaft des Opus Dei, dass man versucht sich im Alltag zu entwickeln. So wie Papst Benedikt mal sagte, sich nicht zufrieden zu geben. Die Botschaft ist, etwas mehr aus mir zu machen, mehr zu geben und mich Gott ganz zu öffnen.

(DR)

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