Blumen vor Notre-Dame
Blumen vor Notre-Dame
Mahnwache vor Notre-Dame
Mahnwache vor Notre-Dame
Michel Aupetit, Erzbischof von Paris
Michel Aupetit, Erzbischof von Paris
Feuerwehrleute stehen vor Kathedrale Notre-Dame
Feuerwehrleute stehen vor Kathedrale Notre-Dame

17.04.2019

Große Solidarität nach Notre-Dame-Brand Hilfe für "die Seele Frankreichs"

Nach dem Brand in Notre-Dame rollt eine Welle der Solidarität über Frankreich hinweg. Spender haben bereits Hunderte Millionen Euro für den Wiederaufbau zugesagt. Führer anderer Religionen zeigen sich solidarisch. Und das ist noch nicht alles.

Nach dem Großbrand in Notre-Dame hat der Pariser Erzbischof Michel Aupetit die Gläubigen für diesen Mittwochabend zur Mitfeier des großen Karwochen-Gottesdienstes mit der Weihe der Heiligen Öle eingeladen. Die Messe biete Gelegenheit, "unsere Einheit und unser Vertrauen in die Zukunft zum Ausdruck zu bringen", so der Erzbischof in einer Erklärung auf der Website der Erzdiözese Paris.

"Wir haben das Gefühl, dass wir nicht nur unsere Kathedrale wiederaufbauen müssen, sondern auch unsere Kirche, deren Angesicht so verwundet ist." Die Chrisammesse, an der traditionell auch der gesamte Klerus einer Diözese teilnimmt, werde in die Kirche Saint-Sulpice verlegt, hieß es.

Dank an Feuerwehrleute

In seiner Botschaft dankte Aupetit noch einmal ausdrücklich den "mutigen Feuerwehrleute, die den Dom vor einer totalen Katastrophe bewahren konnten". Gegenüber der Tageszeitung "Le Figaro" (Mittwoch) zeigte sich der Erzbischof zudem "tief berührt" von der spontanen Welle aus Gebet und großzügigen Spendenzusagen für den Wiederaufbau der Kathedrale. Notre-Dame sei angesichts ihrer Historie "die Seele Frankreichs", sagte Aupetit der Zeitung. "Sie ist das Zeichen für den Glauben dieser Nation, die, auch wenn sie es vergisst, die 'älteste Tochter der Kirche' bleibt."

Ebenfalls am Mittwochabend sollen in ganz Frankreich die Kirchenglocken läuten. "Der Brand in der Kathedrale Notre-Dame de Paris ist ein Schock weit über die Katholiken unseres Landes hinaus", teilte die französische Bischofskonferenz mit. Alle Diözesen seien aufgerufen, aus Solidarität um 18.50 Uhr, dem Zeitpunkt des Brandausbruchs am Montag, die Glocken ihrer Kirchen zu läuten.

Religionsführer drücken Solidarität aus

Religionsführer im ganzen Land drückten unterdessen ihre Solidarität aus. Der Rektor der Pariser Großen Moschee, Dalil Boubakeur, appellierte "an alle Muslime in Frankreich, sich an der Spendenaktion für den Wiederaufbau zu beteiligen". Ähnlich äußerten sich der Präsident der Vereinigung der Moscheen Frankreichs (UMF), Mohammed Moussaoui, und der Präsident des Französischen Islamrates (CFCM), Ahmet Ogras. Auch der Vorsitzende der Protestantischen Föderation Frankreichs, Francois Clavairoly, und Frankreichs Oberrabbiner Haim Korsia äußerten ihr Mitgefühl.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte unterdessen einen zügigen Wiederaufbau von Notre-Dame an. "Ich möchte, dass dies in fünf Jahren abgeschlossen sein wird", sagte er am Dienstagabend in einer Fernsehansprache. In seiner gut fünfminütigen Rede appellierte Macron an den Zusammenhalt der französischen Gesellschaft. Bei einer Regierungssitzung in Paris unter Vorsitz Macrons soll es am Mittwoch vor allem um die Folgen der Brandkatastrophe gehen.

Große Spendenbereitschaft

Spender hatten am Dienstag bereits Hunderte Millionen Euro für den Wiederaufbau der jahrhundertealten gotischen Kathedrale zugesagt.

Wenige Stunden nach dem Brand spendete der Milliardär Bernard Arnault 200 Millionen Euro für den Wiederaufbau, der Milliardär Francois-Henri Pinault will 100 Millionen Euro geben. Dazu kommen 200 Millionen Euro des L'Oreal-Konzerns sowie 100 Millionen Euro vom Energiekonzern Total.

(KNA)

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