Australische Bischöfe kritisieren Flüchtlingspolitik

Besondere Weihnachtsbotschaft

Australiens katholische Bischofskonferenz kritisiert die Flüchtlingspolitik des Landes. Da es der Regierung nicht gelinge, andere Länder zur Aufnahme von Bootsflüchtlingen zu bewegen, sollten Flüchtlinge in Australien ein Zuhause finden.

 (DR)

So heißt es in ihrer Weihnachtsbotschaft. "Ein wohlhabendes Land mit einem robusten rechtsstaatlichen System und multikultureller Toleranz ist ein attraktiver Ort, um Frieden und Sicherheit zu finden", so der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Mark Coleridge.

"Daher ist es nicht verwunderlich, dass mutige und einfallsreiche Menschen, die vor Verfolgung in anderen Teilen der Welt fliehen, glücklich wären, hier zu leben, so wie es viele nach den Kriegen in Europa und Asien getan haben."

Rigide Flüchtlingspolitik

Australien verfolgt eine rigide Politik zur Abschreckung von Flüchtlingen und Schlepperbanden. Flüchtlingsboote werden vor der australischen Küste abgefangen und die Flüchtlinge auf den Inseln Nauru und Manus interniert. Auch nach einem positiven Entscheid des Asylantrags haben sie keine Aussicht auf Einbürgerung in Australien.

Stattdessen bemüht sich das Land weitgehend vergeblich, Drittstaaten zur Aufnahme der Flüchtlinge zu bewegen. Ein Abkommen mit Kambodscha, für das Australien der Regierung in Phnom Penh umgerechnet 27 Millionen Euro zahlte, scheiterte an der Weigerung der Flüchtlinge auf Nauru, nach Kambodscha umgesiedelt zu werden.

Im Lager Nauru sind seit über fünf Jahren mehrere hundert Flüchtlinge ohne Zukunftsperspektive interniert. Ihre psychische Gesundheit sei mit der von Folteropfern vergleichbar, beklagten zuletzt die "Ärzte ohne Grenzen".


Quelle:
KNA