Seligsprechung von Polens Ex-Primas kommt voran - trotz Kritik
Seligsprechung von Polens Ex-Primas kommt voran - trotz Kritik

16.05.2018

Seligsprechung von Polens Ex-Primas kommt voran - trotz Kritik Ein nicht unumstrittener Mann

Der polnische Kardinalprimas August Hlond ist kein unumstrittener Mann. Kritiker werfen ihm etwa vor, während des zweiten Weltkrieges gegen Juden und Deutsche gepredigt zu haben. Trotzdem könnte Hlond bald selig gesprochen werden.

Das Seligsprechungsverfahren für den polnischen Kardinalprimas August Hlond (1881-1948) hat eine entscheidende Hürde genommen. Die vatikanische Heiligsprechungskongregation befürwortete am Dienstag die Anerkennung des heroischen Tugendgrades, wie der stellvertretende Anwalt des Seligsprechungsverfahrens, Vizepostulator Boguslaw Koziol, der polnischen Nachrichtenagentur KAI mitteilte. Der Papst müsse das Dekret noch unterschreiben.

Dann wäre offiziell festgestellt, dass Hlond die christlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung in herausragender Weise gelebt hat und verehrenswürdig ist. Für seine Seligsprechung müsste zudem noch ein Wunder anerkannt werden, das in Folge eines Bittgebets an Hlond nach dessen Tod eingetreten ist. Vizepostulator Koziol zeigte sich zufrieden mit dem Fortgang des Verfahrens.

Der Kardinal, ein Antisemit?

Hlond leitete von 1926 bis 1948 als Primas die Polnische Bischofskonferenz. Er verteidigte die katholische Kirche in der Nachkriegszeit gegen die neuen kommunistischen Machthaber und vertraute 1946 Polen im Wallfahrtsort Tschenstochau (Czestochowa) der Gottesmutter Maria an. 1992 eröffnete der Warschauer Kardinalprimas Jozef Glemp das Seligsprechungsverfahren für seinen Vorvorgänger.

Kritiker werfen Hlond allerdings Stimmungsmache gegen Juden und Deutsche vor. Er habe 1945 die deutschen Bischöfe der Oder-Neiße-Gebiete zum Rücktritt gedrängt. So soll er etwa seine Befugnisse überschritten haben, indem er dem Danziger Bischof Carl Maria Splett habe mitteilen lassen, er sei seines Bischofsamtes in der Ostseestadt enthoben. Deutsche Heimatvertriebene sprachen sich in der Vergangenheit gegen Hlonds Seligsprechung aus.

In einem Hirtenbrief warf er im Jahr 1936 den Juden außerdem vor, "die Vorhut der Gottlosigkeit, der bolschewistischen Regierung und revolutionärer Umtriebe" zu sein: "Es ist eine Tatsache, dass der jüdische Einfluss auf die Moral verderblich ist." 

Kardinal während des Krieges

Der 1881 im damals zum Deutschen Reich gehörenden Oberschlesien geborene Sohn eines Bahnwärters trat 1896 in den Salesianerorden ein. 1922 wurde er zunächst apostolischer Administrator von Oberschlesien, 1925 Bischof von Kattowitz (Katowice). Ab 1926 war er Erzbischof von Gnesen (Gniezno) und Posen (Poznan), ab 1927 Kardinal.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs floh er vor den deutschen Besatzern nach Rom und später weiter nach Frankreich. In Radio Vatikan schilderte er die Verbrechen der Nazis. Die Nationalsozialisten verhafteten ihn und verwehrten ihm die Rückkehr nach Polen. Sie internierten Hlond zunächst in Frankreich, dann in Deutschland. Papst Pius XII. (1939-1958) ernannte Hlond 1946 zum Erzbischof von Warschau.

(KNA, DR)

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