Duterte-Sprecher zu Festnahme einer Nonne

"Eine Entschuldigung ist angebracht"

Die philippinische Regierung hat die vorübergehende Festnahme einer katholischen Nonne als Fehlverhalten der Einwanderungsbehörde bezeichnet. Ein Sprecher von Präsident Rodrigo Duterte entschuldigte sich für das Vorgehen.

Christen auf den Philippinen / © Francis R. Malasig (dpa)
Christen auf den Philippinen / © Francis R. Malasig ( dpa )

"Wie es scheint, wurde im Fall der Schwester Fox ein Fehler begangen, und vielleicht ist eine Entschuldigung angebracht", sagte Präsidentensprecher Harry Roque am Mittwoch. Die australische Ordensfrau Patricia Fox (71) war am Montag wegen "illegaler politischer Aktivitäten" festgenommen worden und verbrachte eine Nacht im Gewahrsam von Polizei und Einwanderungsbehörde.

Dagegen verteidigte der Regierungssprecher nachdrücklich die Abschiebung des italienischen EU-Parlamentsabgeordneten Giacomo Filibeck einen Tag zuvor. Mit seiner geplanten Teilnahme am Parteitag der Akbayan-Partei habe sich Filibeck in die philippinische Politik einmischen wollen, sagte Roque. Dem Vize-Generalsekretär der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE), der ein Kritiker des "Drogenkriegs" von Präsident Rodrigo Duterte ist, war am Sonntag am internationalen Flughafen von Cebu die Einreise verweigert worden.

Blick auf Menschenrechtsverletzungen

Schwester Fox war als Mitglied einer internationalen Gruppe von Menschenrechtlern auf Mindanao, um sich ein Bild von den Menschenrechtsverletzungen an Bauern und Ureinwohnern zu machen. Die Australierin, die seit mehr als zwei Jahrzehnten auf den Philippinen lebt und arbeitet, ist als Streiterin für die Landrechte der Bauern und Ureinwohner auf der philippinischen Insel bekannt. Präsident Duterte hatte im vergangenen Jahr während kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen islamistischen Terrormilizen und der Armee das Kriegsrecht über Mindanao verhängt.

Weihbischof Roderick Pabillo hatte die Verhaftung der regierungskritischen Ordensfrau am Dienstag kritisiert. "Der Zugriff auf Leute, die ihre Ablehnung des Machtmissbrauchs der Regierung deutlich machen, wird härter", erklärte der Weihbischof der Diözese Manila auf der Nachrichtenseite der Bischofskonferenz.


Quelle:
KNA