Als Pilger in Haft
Als Pilger in Haft
David Britsch nach Freilassung aus türkischem Gefängnis
David Britsch nach Freilassung aus türkischem Gefängnis

11.02.2018

In der Türkei verhafteter Pilger Britsch bedankt sich in Berlin Dankbar für Gebete

Eigentlich wollte er nur pilgern. Mehr als acht Monate saß David Britsch in der Türkei in Abschiebehaft. Für die in der Berliner Gethsemanekirche stattfindenden Andachten für die Gefangenen in der Türkei hat er sich nun bedankt.

Die evangelische Gemeinde hatte nach der Inhaftierung des Menschenrechtlers Peter Steudtner begonnen, täglich für Gefangene in der Türkei zu beten. Britsch war im November 2016 in Schwerin aufgebrochen, um zu Fuß über Polen, Bulgarien und die Türkei nach Jerusalem zu pilgern. Der Pädagoge, der nach eigenen Angaben getaufter Christ ist, aber keiner Gemeinde angehöre, wollte damit seinen jüdischen Wurzeln auf die Spur kommen und zugleich "nachvollziehen, wie es den Flüchtlingen geht, die nach Europa kommen."

Britsch wollte Ostern 2017 in Jerusalem sein

Wie Britsch berichtete, wollte er "zur Wintersonnenwende" 2016 nach Auschwitz kommen, "das für die tiefste Winternacht im deutsch-jüdischen Verhältnis" stehe. Ostern wollte er dann in Jerusalem begehen. Tatsächlich wurde er am 2. April 2017 in der Türkei festgenommen. Dort saß er bis zum 21. Dezember 2017 im Gefängnis. "Es war eine einschneidende Erfahrung, plötzlich nicht mehr Herr seiner selbst zu sein", so Britsch. Ein Grund dafür sei ihm nicht genannt worden. Dass er, wie Medien berichteten, ein Sperrgebiet betreten habe, habe ihm niemand vorgeworfen, sagte Britsch.

In der Haft, die in einem mit EU-Mitteln gebauten Gefängnis vollzogen wurde, habe er sowohl friedliebende Muslime auf dem Weg nach Europa als auch Islamisten auf dem Weg zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) getroffen. Auch diese hätten aber respektiert, "dass ich in Gottes Namen 3.700 Kilometer zu Fuß zurückgelegt habe", so Britsch. Im Gefängnis habe er regelmäßig das Kirchenlied "Wer nur den lieben Gott lässt walten" gesungen. Folter oder Gewalt habe er nicht erlebt.

Unterstützung der katholischen Kirche

Britsch hatte auf seiner Reise bewusst kein Geld mitgenommen. Auch seine EC-Karte habe er zu Hause gelassen. "So einen plumpen Trick hätte Gott ja sofort bemerkt", so Britsch. Stattdessen habe er abends in Kirchengemeinden nach Obdach gefragt. Besonders die katholische Kirche in der Slowakei habe ihn stark unterstützt. Das von ihr gespendete Geld sei ihm in der Türkei aber abgenommen worden.

(KNA)

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