Jungfrau-Maria-Kirche im schwedischen Södertälje
Jungfrau-Maria-Kirche im schwedischen Södertälje
Kardinal Woelki während der Kirchweihe in Södertälje
Kardinal Woelki während der Kirchweihe in Södertälje
Kardinal Anders Arborelius, Bischof von Stockholm, und Kardinal Woelki (l.)
Kardinal Anders Arborelius, Bischof von Stockholm, und Kardinal Woelki (l.)
Kardinal Anders Arborelius, Bischof von Stockholm, bei der feierlichen Kirchweihe
Kardinal Anders Arborelius, Bischof von Stockholm, bei der feierlichen Kirchweihe
Religionsvertreter bei der Kirchweihe
Religionsvertreter bei der Kirchweihe

09.12.2017

Kardinal Woelki bei Kirchweihe in Schweden "Kirche sein und Kirche leben"

Wegen der hohen Kirchenbesucherzahlen wurde in der schwedischen Diaspora mit Unterstützung vom Erzbistum Köln eine neue Kirche gebaut. In Södertälje hat Kardinal Woelki am Freitag an der Weihe der chaldäisch-kath. Jungfrau-Maria-Kirche teilgenommen.

DOMRADIO.DE: Das war kein klassisch katholischer Gottesdienst, sondern eine chaldäische Messe, wie ist das abgelaufen?

Rainer Maria Kardinal Woelki (Erzbischof von Köln): In dem Gottesdienst waren chaldäische Elemente enthalten. Die Kirchweihe hat der Bischof von Stockholm, Kardinal Anders Aborelius, vorgenommen. Wir haben sie in einem lateinischen Ritus gefeiert, so wie das auch bei uns in Köln im Erzbistum vonstatten geht. Aber die Gemeinde besteht vor allem aus arabischsprachigen Christen, die dann immer wieder ihre Gesänge, wie sie sie in Bagdad oder in Mossul singen, in die Liturgie mit eingeflochten haben.  

Södertälje ist die Stadt, die schon in den Jahren 2003 bis 2008 sehr viele Zuzüge aus dem Nahen und dem Mittleren Osten zu verzeichnen hatte. Es sind viele Flüchtlinge hierher gekommen und es kommen immer noch Flüchtlinge hier hin. Über 40 % der Bevölkerung sind inzwischen aus dem Mittleren und dem Nahen Osten, sodass hier tatsächlich große christliche Gemeinschaften entstanden sind. Die chaldäischen Christen sind in Schweden inzwischen die größte Gruppe. Es sind natürlich auch Armenier da, syrisch-orthodoxe und syrisch-katholische Christen, Melkiten und Maroniten. Alle waren bei der Einweihung dabei, sodass es eine ökumenische Feier war, aber alle geeinigt unter dem Haupt des Papstes.  

DOMRADIO.DE: Es ist eine Diaspora-Kirche in Schweden, die Christen sind in der Minderheit, aber umso engagierter ist das Gemeindeleben. Wie haben Sie das erlebt?

Kardinal Woelki: Hier in Södertälje gibt es ungefähr  5.000 bis 6.000 Mitglieder, die zu dieser Gemeinde gehören. Sie treffen sich regelmäßig in der Woche und sie treffen sich am Sonntag zu den Gottesdiensten. An Samstagen ist das Gemeindeleben besonders lebendig, weil dann der Unterricht für die Kinder und Jugendlichen und auch für die Erwachsenen stattfindet.  Bis zu 400 bis 500 junge Menschen werden hier von den Priestern und Katecheten unterrichtet. Es gibt keinen eigenen Religionsunterricht, der vom schwedischen Staat irgendwie gefördert wird, sodass das alles in den Gemeinden zu erfolgen hat. 

DOMRADIO.DE: Die Chaldäer sind zum größten Teil Kriegsflüchtlinge aus dem Nahen Osten, damit haben wir hier in Köln auch große Erfahrung. Wie sieht die Flüchtlingshilfe denn bei den Christen in Schweden aus? 

Kardinal Woelki: Die Kirche ist hier sehr engagiert. Sie ist sehr um eine Integrationsarbeit bemüht, ähnlich wie wir das tun: Mit Sprachkursen, mit Jobangeboten und mit Qualifizierungen für die Arbeit. Natürlich stellt die Kirche jetzt auch Kirchen zur Verfügung, damit die Christen, die aus diesen Regionen gekommen sind, hier  eine neue Heimat haben und in ihrem Ritus und in ihrer Sprache den Gottesdienst feiern können. Das hilft, in einem neuen Land anzukommen. Ich glaube im Jahr 2.000 haben noch ungefähr 13.000 Familien in Bagdad oder Mossul gelebt und inzwischen sind es nur noch 100 christliche Familien. Es scheint so, dass die meisten, die hier sind, angesichts der Situation und der Verfolgung der Christen dort glauben, nicht mehr zurückgehen zu können. 

DOMRADIO.DE: Den Kirchenbau hat das Erzbistum Köln unterstützt, sowohl finanziell mit einer halben Million Euro als auch mit Know-how durch den Diözesanbaumeister Martin Struck. Wie kam es zu der Entscheidung vom Erzbistum gerade diese Kirche in Södertälje zu unterstützen?  

Kardinal Woelki: Weil wir natürlich alle zu der einen katholischen Kirche gehören. Und wie der Apostel sagt: Wenn ein Glied am Leib Christi sich freut, freuen sich alle mit und wenn ein Glied leidet, leiden alle mit. Wir wollen hier helfen, dass sich Menschen integrieren können; Wir wollen helfen, dass Menschen ihren Glauben leben und praktizieren können. Die schwedische Kirche an sich ist zu arm und kann das nicht leisten. Deshalb haben  das Erzbistum Köln, aber auch andere Diözesen sowie das Ansgarius-Werk in Köln und das Bonifatiuswerk geholfen, diese Kirche zu errichten, die  mit ungefähr 300 Plätzen jetzt groß genug ist. Denn die kleine Johanneskirche, in der die Gemeinde bis dato angesiedelt war, ist viel zu klein geworden. Die chaldäischen Christen standen bis draußen auf der Straße, wenn sie zum Gottesdienst gekommen sind. Insofern war es dringend notwendig, dass wir mit ihnen teilen und ihnen helfen, um eben Kirche zu sein und Kirche zu leben.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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