Ukraine führt neben dem orthodoxen auch den westlichen Weihnachtsfeiertag ein
Ukraine führt neben dem orthodoxen auch den westlichen Weihnachtsfeiertag ein

17.11.2017

Neuer gesetzlicher Feiertag: Ukrainische Kirche zwiegespalten "Wir feiern doppelt"

Die römisch-katholische Kirche in der Ukraine freut sich über den neuen gesetzlichen Feiertag am Weihnachtstag, 25. Dezember. Kritik kommt jedoch von Seiten der ukrainisch-orthodoxen Kirche.

"Wir sind sehr froh", sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki, am Freitag in seiner westukrainischen Bischofsstadt Lviv (Lemberg). Nun müssten die Gläubigen am 25. Dezember nicht mehr arbeiten und könnten gemeinsam mit ihren Familienmitgliedern, von denen viele in Europa arbeiteten oder studierten, Weihnachten feiern.

Das Weihnachtsfest werde die Christen aller Konfessionen immer verbinden, so Mokrzycki. "Wir feiern es doppelt." Er dankte dem ukrainischen Parlament, dass es zusätzlich zum orthodoxen Weihnachtstag (7. Januar) den 25. Dezember, an dem römisch-katholische und protestantische Christen die Geburt Jesu feiern, erhoben hatte. Der Sprecher der zum Moskauer Patriarchat gehörenden ukrainisch-orthodoxen Kirche kritisierte das Parlamentsvotum. "Christus ist nur einmal geboren, nicht zweimal", sagte er.

Gesamtzahl der Feiertage bleibt unverändert

Für das Gesetz stimmten am Donnerstag 238 Abgeordnete; 8 votierten dagegen, 17 enthielten sich. Zugleich schaffte das Parlament den bisherigen Feiertag am 2. Mai ab. Insgesamt gibt es damit unverändert neun gesetzliche Feiertage.

Die Ukraine ist nach Weißrussland die zweite frühere Sowjetrepublik, in der beide Weihnachtstage gesetzliche Feiertage sind. Befürworter des Gesetzes erklärten bei der Parlamentsdebatte, der neue Feiertag solle zur besseren Verständigung zwischen Christen in- und außerhalb der Ukraine beitragen. Rund 70 Prozent der 45 Millionen Ukrainer bekennen sich zum orthodoxen Christentum.

Feier-Traditionen unterschiedlich

Die meisten orthodoxen und griechisch-katholischen Ukrainer feiern die Geburt Jesu nach dem alten Julianischen Kalender am 7. Januar. Fast ein Drittel aller Kirchengemeinden, vor allem römisch-katholische und protestantische, feiern Weihnachten nach Angaben des Kulturministeriums hingegen am 25. Dezember. Etliche orthodoxe und griechisch-katholische Christen tendieren in der Ukraine allerdings dazu, Weihnachten wie im Westen am 25. Dezember zu feiern.

In dem osteuropäischen Land gibt es drei verschiedene orthodoxe Kirchen: die Kirche des Moskauer Patriarchats, das 1992 gegründete Kiewer Patriarchat und die vor mehr als 90 Jahren entstandene «Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche». Einzig die mit Moskau verbundene Kirche wird von der Weltorthodoxie anerkannt.

(KNA)

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