Nach der Wahl in Kenia
Nach der Wahl in Kenia

07.09.2017

Kirche in Kenia will im Streit um Neuwahlen vermitteln Für einen Geisteswandel

Mitte Oktober wird die Präsidentschaftswahl wiederholt. Das Oberste Gericht hatte den Wahlsieg Kenyattas von Anfang August für ungültig erklärt. Nach der Wahl kam es zu gewaltsamen Protesten. Diesmal will die Kirche helfen und vermitteln.

Die katholische Bischofskonferenz Kenias hat ihre Vermittlung im Streit um Neuwahlen in dem ostafrikanischen Land angeboten. Vor dem Hintergrund politischer Gewalt wolle die Kirche helfen, "Einstimmigkeit und Vertrauen zu bilden", bevor es am 17. Oktober zu einer Wiederholung der Präsidentschaftswahl komme. "Dies ist unser Augenblick für Patriotismus. Wir müssen beweisen, dass wir einen Geisteswandel durchlebt haben", appellierten die Bischöfe am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Nairobi an die Kenianer.

Neuwahlen innerhalb von 60 Tagen

Der Aufruf, erneut in hoher Zahl wählen zu gehen, folgt auf die Annullierung der jüngsten Präsidentschaftswahlen durch Kenias Obersten Gerichtshof vergangene Woche. Die Richter hatten bei dem Urnengang Unregelmäßigkeiten festgestellt, darunter unverifizierte Wahlbögen und fehlende Dokumente. Sie ordneten Neuwahlen innerhalb von 60 Tagen an.

Lob äußerten die Bischöfe für Kenias Oppositionsführer Raila Odinga, der bei der Abstimmung im August mit 45 Prozent auf dem zweiten Platz hinter Amtsinhaber Uhuru Kenyatta gelandet war. "Wir begrüßen, dass Odingas Nationale Superallianz (NASA) unserem Rat gefolgt ist und den Wahldisput vor Gericht gebracht hat anstatt vor die Öffentlichkeit. Dies hätte unausweichlich zu Konflikt und Gewalt geführt." Bereits vor zehn Jahren waren nach umstrittenen Wahlen mehr als 1.100 Kenianer bei politischen Auseinandersetzungen getötet worden.

"Gerichtsurteil respektieren"

Die Bischöfe riefen alle Parteien auf, das Gerichtsurteil zu respektieren. "Vor allem besorgt uns die Drohung der Opposition, die neuen Präsidentschaftswahlen zu boykottieren, sollten ihre Forderungen unerfüllt bleiben." Odinga hatte eine Reformierung der staatlichen Wahlbehörde IEBC gefordert, die der regierenden Jubiläumsallianz nahestehen soll. Die Bischöfe riefen die Kenianer auf, "auf konstruktive Weise" mit den Herausforderungen umzugehen.

"Als Land sollten wir freundschaftliche Wege finden, um unseren Ärger kundzutun."

(KNA)

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