Trauerfeier in Spanien
Trauerfeier in Spanien
Betroffen: Barcelonas Erzbischof Kardinal Omella
Betroffen: Barcelonas Erzbischof Kardinal Omella

20.08.2017

Trauermesse in der Sagrada Familia für Opfer des Anschlags von Barcelona Jeder Mensch als Mosaik der Gesellschaft

Mit einem Trauergottesdienst in der Sagrada Familia ist am Sonntag der Opfer der Terroranschläge von Barcelona und Cambrils gedacht worden. Hauptzelebrant Kardinal Omella rief zu stärkeren Bemühungen um den Frieden auf. 

An dem katholischen Gottesdienst in der Metropolitankirche des Erzbistums Barcelona am Sonntag nahmen auch zahlreiche Vertreter ausländischer Regierungen teil. Kardinal Joan Josep Omella sagte vor dem spanischen Königspaar Felipe VI. und Letizia, ein neuer Friede solle durch eine verstärkte Erziehung zu Respekt vor Menschenrechten und Menschenwürde erreicht werden. 

Aufruf zur Einigkeit

Der Geistliche sprach sich ausdrücklich gegen die Ausgrenzung von Muslimen aus. Unter den mehr als 100 Verletzten der Anschläge von Barcelona und Cambrils befänden sich auch zahlreiche muslimische Familien. Auch sie trauerten und hätten den Beistand und die Gebete dankbar angenommen.

Der Kardinal rief alle Anwesenden unabhängig von ihren Glaubensrichtungen und ihrer Herkunft dazu auf, sich als Mosaik der Gesellschaft zu verstehen und sich gemeinsam für Frieden, Respekt und Geschwisterlichkeit einzusetzen. Mit Blick auf die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens mahnte er zur Einigkeit. "Die Union macht uns stark. Die Teilung zerstört uns", sagte Omella, der zudem eine Trauerbotschaft von Papst Franziskus verlas.

Gebet als Quelle des Friedens

Der Erzbischof erklärte, die Demonstrationen nach den Anschlägen hätten ein Volk gezeigt, das sich nicht von Angst leiten lassen wolle. Die gemeinsamen Gebete sollten zu einer Quelle des Friedens, des Trosts, der Gesundheit und Hoffnung werden.

Am Donnerstag war ein mutmaßlicher islamistischer Terrorist mit hoher Geschwindigkeit durch die Menschenmenge auf der Flaniermeile Las Ramblas von Barcelona gefahren. 13 Menschen wurden getötet. Wenig später raste ein mit fünf Personen besetztes Fahrzeug durch den südkatalanischen Küstenort Cambrils. Dabei wurde eine Frau tödlich verletzt. Unter den über 100 Verletzten sind 13 Deutsche. Der Fahrer des Lieferwagens in Barcelona konnte fliehen, die fünf Insassen des Fahrzeugs in Cambrils wurden von der Polizei getötet.

(epd)

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