Hiroshima nach dem Atombombenabwurf 1945
Hiroshima nach dem Atombombenabwurf 1945

06.08.2017

Kirchen für Beitritt Deutschlands zu Anti-Atomwaffen-Abkommen Zum Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima

An einem 6. August, der schon 72 Jahre her ist, warfen die Amerikaner eine Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima ab. Ein Massenmord an Hunderttausenden Menschen. Am Gedenktag fordern Kirchen Deutschland zum Handeln auf. 

Zum Hiroshima-Gedenktag am Sonntag haben hochrangige Kirchenvertreter und Repräsentanten der Friedensbewegung die Bundesregierung aufgefordert, dem UN-Abkommen für ein Atomwaffenverbot beizutreten. Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, betonte in Bonn: "Auch wenn sich die Bundesregierung leider nicht an den Verhandlungen bei den Vereinten Nationen beteiligt hat, so würde Deutschland damit dennoch ein wichtiges Zeichen für eine so dringend nötige Ächtung dieser Massenvernichtungswaffen auch an die Atommächte setzen."

Der katholische Bischof von Fulda und Pax Christi-Präsident Heinz Josef Algermissen nannte den UN-Vertrag einen großen Schritt zur Abschaffung der Massenvernichtungswaffen. Auch er forderte einen Beitritt Deutschlands. Der Bischof mahnte die verantwortlichen Politiker in Deutschlands zudem, "mutig voranzugehen" und den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland zu beschließen. Auch aus Sicht von Brahms ist es "an der Zeit, dass die letzten Atomwaffen in Deutschland, auf dem Bundeswehrfliegerhorst in Büchel in der Eifel endlich abgezogen" würden.

1945 Atombombe über Hiroshima abgeworfen

Am 6. August 1945 hatte die US-Luftwaffe eine Atombombe über der japanischen Großstadt Hiroshima abgeworfen, drei Tage später eine zweite über Nagasaki. Schätzungen zufolge starben insgesamt mehr als 250.000 Menschen sofort oder teils Jahre später an Verbrennungen und Strahlenschäden.

Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, erklärte mit Blick auf das am 7. Juli von 122 Nationen in New York beschlossene UN-Abkommen: "Erstmals in der Geschichte seit den verheerenden Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki rückt damit eine Welt ohne die Bedrohung eines Atomkriegs oder atomarer Unfälle in greifbare Nähe." Ein Wermutstropfen sei aber, dass gerade die großen Atommächte "das Abkommen torpediert" hätten und sich immer noch "hinter einer Sicherheitspolitik der nuklearen Abschreckung verschanzten".

Abkommen von 122 Ländern

Die 122 Länder verpflichten sich in dem Abkommen, "nie, unter keinen Umständen" Atomwaffen zu entwickeln, herzustellen, anzuschaffen, zu besitzen oder zu lagern. Derzeit gibt es weltweit mehr als 16.000 Atomsprengköpfe. Thomas Carl Schwoerer, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft, schrieb in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstag): "Eine gute Stunde von Frankfurt entfernt, auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel, lagern etwa 20 amerikanische Atomwaffen. Bereits eine einzige kann Hunderttausende von Menschen das Leben kosten und schwerste Schäden fürs Klima etwa durch die Zerstörung der globalen Ozonschicht anrichten."

Die Logik der "Abschreckung" funktioniere bei Atomwaffen nicht, so Schwoerer. Denn sie bedeute "nichts anderes als die Androhung inhumaner Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung".

(KNA)

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