Auf dem Weg nach Emmaus
Auf dem Weg nach Emmaus
Deutsche Pilger an der Grenze zum Westjordanland
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Neugierige Blicke auf die Gäste aus Deutschland
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Bruder Gregor Geiger weist den Weg
Bruder Gregor Geiger weist den Weg

18.04.2017

Von Jerusalem nach Emmaus Pilgern im Westjordanland

Das Westjordanland ist völkerrechtlich umstritten zwischen Israel und Palästina. Hier liegt aber auch der christliche Pilgerort Emmaus. Jedes Jahr wandern hunderte Pilger von Jerusalem hier hin, in eine ganz andere Welt.

Laut Bibel sind es 60 Stadien von Jerusalem bis nach Emmaus, umgerechnet 15 Kilometer. Fünf Stunden wandern über Stock und Stein. Man könnte es sich aber auch einfacher machen."Der einfachste und kürzeste Weg ist über die Autobahn, aber der ist vielleicht nicht schön," sagt der Franziskaner-Bruder Gregor Geiger, der den alljährlichen Emmaus-Gang seit 15 Jahren organisiert. Das Ziel ist der kleine Ort al-Qubeibe im Westjordanland.

Über Stock und Stein im Grenzgebiet

Zwischen uns und dem Ziel liegen mehrere Täler, verschlungene Pfade und ausgetrocknete Flussbetten, betonierte Straßen sind eher Seltenheit. Olivenhaine begegnen uns entlang des Weges, die an biblische Geschichten, wie die der Brotvermehrung, erinnern. Überhaupt wirken die Erzählungen aus Altem und Neuem Testament hier sehr präsent, sagt Bruder Gregor: "Ich will nicht sagen Jesus ist diesen Weg gegangen, aber in dieser Landschaft haben Jesus und die Jünger gelebt, das beeindruckt mich schon immer wieder."

Ein bewegendes Erlebnis auch für die Pilger. Organisiert wird die Reise zwar von dem deutschen Franziskaner, es laufen aber Menschen aus verschiedensten Ländern mit, aus Italien, England oder sogar Kolumbien. Für viele ist die Emmaus-Pilgerschaft ein lange gehegter Wunsch. Margret Petersdorf ist vom Niederrhein angereist. "Emmaus ist mir sehr wichtig, als Frau alleine wäre diese Reise aber nie denkbar."

Pilgern zwischen Israel und Palästina

Wir wandern dabei im umstrittenen Grenzgebiet zwischen Israel und Palästina. Die berüchtigte Grenzmauer befindet sich ein paar Kilometer weiter im Landesinneren, wir laufen für einige Zeit quasi direkt die Grenze entlang. Aus Sicherheitsgründen mussten wir uns vorher mit Personalia bei den Behörden für die Pilgerschaft anmelden.

Als wir den Checkpoint ins Westjordanland passieren ist aber auf einmal alles viel weniger dramatisch als erwartet. Das breite Stahltor inmitten von Sperranlagen wird geöffnet, keiner von uns wird überhaupt kontrolliert. Wenn eine Gruppe von 150 christlichen Pilgern kommt, stellt diese kein großes Besorgnis dar. Eher sogar eine Attraktion für die Grenzbeamten, die extra ihr Wartehaus verlassen, um uns zu begrüßen.

Attraktion im Westjordanland

Angekommen im Westjordanland fällt als erstes der viele Müll an den Straßenrändern auf. Eine organisierte Müllabfuhr gibt es zumindest in dieser Region nicht. Viele kaputte Autos ohne Reifen oder Scheiben stehen am Straßenrand. Wir als Europäer sind heute die große Attraktion des Tages. Ausländer verlaufen sich nur selten in den kleinen Ort al-Qubeibe. Geschweige denn eine Gruppe von 150 Mann. Es wird gehupt und gewinkt, Kinder wollen unbedingt in gebrochenem Englisch mit uns sprechen.

Einmal müssen wir noch quer durch den Ort, bis wir unser Ziel erreicht haben. Die Ruine, wo sich Jesus den beiden Emmaus-Jüngern zu erkennen gegeben haben soll. Ob al-Qubeibe wirklich das historische Emmaus ist, ist wie bei so vielen biblischen Orten umstritten. Es gibt mindestens drei Orte im Westjordanland die das für sich beanspruchen. Aber auch hier gilt, der Weg ist das Ziel.

Renardo Schlegelmilch
(DR)

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