Anhaltender Konflikt im Südsudan
Anhaltender Konflikt im Südsudan

08.04.2017

Entwicklungsexpertin zur Lage im Südsudan "Kirchen können Frieden herbeiführen"

Den christlichen Kirchen kommt bei der Befriedung des Bürgerkriegslandes Südsudan nach Ansicht der Baseler Entwicklungsexpertin Karin Augustat eine zentrale Rolle zu. Die Kirchen könnten einen Versöhnungsprozess anstoßen.

Die Kirchen seien das "einigende Band" in der ethnisch zerrissenen Gesellschaft des ostafrikanischen Landes, sagte die neue Programmverantwortliche für den Südsudan des ökumenischen Missionswerks "mission 21" dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Schifferstadt.

Die südsudanesischen Kirchen engagierten sich stark in der Friedens-, Versöhnungs-, Bildungs- und Traumaarbeit und müssten dabei international besser unterstützt werden, appellierte Augustat, die seit 30 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit mit afrikanischen Ländern tätig ist. Wenn nicht alles getan werde, um zu einem Frieden zu kommen, drohe der Südsudan zu einem gescheiterten Staat wie Somalia zu werden.

Friedenspotenzial der Kirchen

Die sieben im Südsudanesischen Kirchenbund zusammengeschlossenen Kirchen lebten über ethnische Grenzen hinweg ein Gesellschaftsmodell der Einheit und der Versöhnung in dem stark christlich geprägten Land vor. "Der christliche Glaube und kirchliche Strukturen geben den Menschen Halt und Hoffung", sagte die Mitarbeiterin von "mission 21" mit Sitz in Basel. Den Kirchen könne es gelingen, die Konfliktparteien zu einem Dialog zusammenzubringen und langfristig zum Aufbau eines funktionierenden Staates beizutragen.

Plan für den Frieden

Ein vom Kirchenbund erstellter "Aktionsplan für den Frieden" für die rund 12,5 Millionen Einwohner setze unter anderem auf die Ausbildung von Lehrern, Pfarrern und Stammesältesten, sagte Augustat. Ziel sei es, die Idee der Versöhnung und des gewaltfreien, friedlichen Zusammenlebens in die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zu tragen. Die Hungerkrise, die weite Landesteile erfasst habe, sei vor allem "menschengemacht" durch den Bürgerkrieg und weniger eine Folge der Dürre und des Klimawandels.

In dem seit 2013 wütenden Bürgerkrieg im Südsudan habe die Regierung von Präsident Salva Kiir Mayardit im Kampf gegen Rebellengruppen ethnische Konflikte instrumentalisiert und verstärkt, sagte die Ethnologin. Für einen "indirekten Völkermord" würden dabei die internationale humanitäre Hilfe behindert und Hunger als Waffe eingesetzt. Mehr als 300.000 Südsudanesen fielen dem Bürgerkrieg zum Opfer. Rund 2,5 Millionen Menschen sind nach Schätzungen der UN auf der Flucht und rund eine Million Menschen sind vom Hunger bedroht.

Frauen als Versöhnungsträgerinnen

"mission 21" unterstütze im Südsudan seit Jahren die langfristigen Projekte der presbyterianischen Partnerkirche, sagte Augustat. Unter anderem würden Konfliktmoderatoren ausgebildet und Friedensworkshops in Dorf- und Kirchengemeinden organisiert. Dabei setze das Werk vor allem auf Frauen als engagierte Trägerinnen des Versöhnungsgedankens.

Alexander Lang

(epd)

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