Junge Menschen in Südafrika
Junge Menschen in Südafrika

29.03.2017

Christliche Hilfsorganisation zur deutschen Afrikapolitik "Wir müssen den Menschen helfen"

Die Bundeswehr ist mehr und mehr in ganz Afrika im Einsatz. Und auch bei der Entwicklungshilfe ist Deutschland vorne mit dabei. Dirk Bathe von der christlichen Hilfsorganisation World Vision sieht die Vermischung von Militär und humanitäre Hilfe kritisch.

domradio.de: Vor kurzem wurde der sogenannte Marshall-Plan für Afrika vorgestellt. Jetzt gibt es aktuell wieder eine Konferenz zu dem Kontinent. Ist Afrika nur wegen der drohenden Flüchtlingsmassen wichtig für die Regierung oder gibt es da noch mehr?

Dirk Bathe (World Vision): Das steckt natürlich als wichtiger Aspekt auch dahinter. Die drohende Migration von Millionen junger Afrikaner, die auf ihrem eigenen Kontinent keine Zukunftsperspektive sehen, beschäftigt natürlich die Bundesregierung. Und es ist auch verständlich, dass man nun beginnt ein Konzept zu entwickeln. Das ist aber nicht das einzige Interesse, das Deutschland und Europa am afrikanischen Kontinent haben. Es gibt auch klare wirtschaftliche Interessen. Der Markt in Afrika ist ein großer Absatzmarkt für deutsche Produkte und Afrika ist ein großer Rohstofflieferant.

Es gibt aber auch den humanitären solidarischen Ansatz in der deutschen Entwicklungspolitik, weil Deutschland nicht tatenlos zusehen kann, wenn in Afrika ständig Krisen und Kriege herrschen. Wir müssen den Menschen auch helfen.

domradio.de: In dem Marshall-Plan Entwicklungsminister Gerd Müller wird auch ein Ziel definiert: "Wertschöpfung vor Ort statt Ausbeutung"! Steckt tatsächlich eine deutsche Einsicht dahinter, dass Afrika ausgebeutet wird und dass sich das ändern muss?

Bathe: Es sind erst einmal nur hehre Worte. Man muss aber auch konkret faire Handelsbedingungen schaffen. Da hat sich die EU noch nicht positiv hervorgetan, mit warmen Worten ist es nicht getan. Und der Begriff Marshallplan weckt natürlich große Erwartungen. Das Volumen des Marshallplans der USA nach dem Weltkrieg entspricht einer heutigen Kaufkraft von 130 Milliarden Dollar. Wer will denn so viel Geld in die Hand nehmen? Das halte ich für illusorisch.

domradio.de: In vielen afrikanischen Ländern ist die Bundeswehr zur Friedenssicherung stationiert, gleichzeitig sollen mit deutscher Beteiligung die Ausbildung vor Ort und die wirtschaftliche Zusammenarbeit gefördert werden. Kann das alles zusammen denn funktionieren?

Bathe: Nein. Es hört sich toll an und es gibt einleuchtende Argumente für eine Zusammenarbeit, schon alleine durch die Logistik der Bundeswehr. Aber gerade in Krisengebieten reagieren Menschen auf Soldaten sehr empfindlich, denn sie verbinden mit Uniformen vor allem Gewalt und Übergriffe. Diese Verquickung von Militär und zivilem Interesse führt dazu, dass Mitarbeiter von Hilfsorganisationen nicht mehr den positiven Helferstatus haben. Heute ist das schon so, weil in immer mehr Ländern Soldaten stationiert sind. Das hat in Afghanistan schon nicht funktioniert und das wird auch in anderen Ländern nicht funktionieren.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(dr)

Nachrichten-Video

Zum Video:
Montag, 16.10.2017

Video, Montag, 16.10.2017:Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

7:00 - 13:00 Uhr 
Der Samstag

Aktuelles der Woche, Beiträge zum Wochenende

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 21.10.
06:00 - 06:30 Uhr

Laudes

07:00 - 13:00 Uhr

Der Samstag

  • Die Letzte Heilige Messe in St. Laurentius in Köln-Lindenthal
  • Zum "Äepelsfess" ins Freilichtmuseum Lindlar
  • Nabu setzt sich für die Papageie von Köln ein
07:10 - 07:15 Uhr

Landfunk

09:50 - 09:55 Uhr

Landfunk

11:11 - 11:14 Uhr

Wort zum Samstag

07:00 - 13:00 Uhr

Der Samstag

  • Die Letzte Heilige Messe in St. Laurentius in Köln-Lindenthal
  • Zum "Äepelsfess" ins Freilichtmuseum Lindlar
  • Nabu setzt sich für die Papageie von Köln ein
13:00 - 18:00 Uhr

Der Musiknachmittag

  • Dieter Falk zum Reformationsjubiläum
  • Der erfolgreiche Musikproduzent zu "Luther" und Martin Luther
13:00 - 18:00 Uhr

Der Musiknachmittag

  • Dieter Falk zum Reformationsjubiläum
  • Der erfolgreiche Musikproduzent zu "Luther" und Martin Luther
18:00 - 20:00 Uhr

Kompakt

20:00 - 22:00 Uhr

Thema

23:00 - 24:00 Uhr

Kompakt

00:00 - 06:00 Uhr

Nachtportal

02:00 - 03:00 Uhr

Kopfhörer

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar