Junges Mädchen auf dem Petersplatz in Rom
Junges Mädchen auf dem Petersplatz in Rom
Franziskus mit Jugendlichen während der Generalaudienz
Papst Franziskus mit Jugendlichen

08.03.2017

2018 stehen erstmals Jugendliche im Zentrum einer Bischofssynode "Lasst euren Schrei hören"

Jugendliche wissen oft besser, was gut für die katholische Kirche ist, schrieb der Papst in einem Brief an die Jugend. Doch welche Möglichkeiten haben sie, um Kirche mitzugestalten? Darüber wollen Bischöfe aus aller Welt im Herbst 2018 sprechen.

Im Herbst 2018 gibt es eine Premiere in der katholischen Kirche: Erstmals stehen Jugendliche im Mittelpunkt einer Weltbischofssynode im Vatikan. Nach den beiden vorherigen Bischofsversammlungen zu Ehe und Familie lautet das Thema dann: "Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsentscheidung".

"Lasst Euren Schrei hören", forderte Franziskus im Januar in einem Brief an die Jugendlichen. "Auch die Kirche möchte auf Eure Stimme hören, auf Eure Sensibilität, auf Euren Glauben, ja auch auf Eure Zweifel und Eure Kritik", schrieb er. Warum? "Weil der Herr oft einem Jüngeren offenbart, was das Bessere ist", zitiert Franziskus den heiligen Ordensgründer Benedikt.

Vorbereitungen zur Weltbischofssynode

"Wenn wir wollen, dass in der Gesellschaft oder in der Gemeinschaft der Christen etwas Neues geschieht, müssen wir Raum schaffen, damit neue Menschen handeln können", heißt es im Vorbereitungsdokument der Synode, das im Januar vom Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, vorgestellt wurde.

Auch diesmal gibt es wie bei den beiden vorherigen Synoden einen Fragenkatalog, der sich an Bischofskonferenzen und kirchliche Jugendeinrichtungen und -organisationen richtet. Er wurde als Teil des Vorbereitungsdokuments für die Synode versandt. Nicht zuletzt sollen Jugendliche selbst auf der Internetseite der Weltbischofssynode ihre Meinung äußern.

Der Präses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Dirk Bingener, begrüßte die Beteiligung der Jugendlichen. Wichtig sei, dass nicht nur über die Jugendlichen gesprochen werde, sondern dass sie selbst zu Wort kommen. Die Fragen müssten aber verständlich formuliert sein, forderte der Pfarrer am Rande der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Bergisch Gladbach.

Ein Thema: Berufung zu Priestern und Ordensleuten

Knapp 40 Fragen umfasst der Katalog; drei von ihnen sind jeweils spezifisch für die einzelnen Kontinente. Zunächst werden statistische Daten abgefragt, etwa wie hoch der prozentuale Anteil von Jugendlichen an der Bevölkerung ist. Im zweiten Abschnitt steht die Situation junger Menschen im Vordergrund. Zudem sollen die gegenwärtig «stärksten Herausforderungen» für Jugendliche in den einzelnen Ländern benannt werden. Das Synodensekretariat will ferner erfahren, welche kirchlichen Jugendvereinigungen den größten Erfolg haben und welche Gründe es dafür gibt. Weiteres Thema ist, wie sich Jugendliche ins kirchliche Leben einbringen können und wie kirchenferne Heranwachsenden erreicht werden können.

Es soll bei der Synode nicht nur einfach um Jugendliche in der Kirche gehen. Es soll auch darüber beraten werden, wie wieder mehr Heranwachsende dazu motiviert werden können, Priester oder Ordensmann- oder -frau zu werden. Deshalb bildet die "berufungsorientierte Jugendpastoral" einen weiteren Schwerpunkt des Fragenkatalogs. Aus dem Vorbereitungsdokument geht aber hervor, dass mit Berufung nicht nur geistliche Berufe gemeint sind. Vielmehr geht es darum, Jugendlichen zu helfen, sich über ihren eigenen Lebensweg Klarheit zu verschaffen.

Kirchliche Morallehre wird ausgespart

Speziell auf die europäischen Länder beziehen sich dann die drei Fragen: Wie hilft die Kirche hier den Jugendlichen, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Wie gehen kirchliche Einrichtungen mit dem "Protest-Potenzial" von Jugendlichen um, die sich aus dem politischen, sozialen und wirtschaftlichen System ausgeschlossen fühlen? Und wie ist es um das Verhältnis zwischen den Generationen bestellt?

Auffällig ist, dass ein Themenkomplex, der nicht nur im deutschsprachigen Raum eine gewisse Rolle spielt, nicht direkt angesprochen wird: Wie halten es die Jugendlichen mit der kirchlichen Morallehre? Franziskus selbst hatte jüngst Ehen ohne Trauschein angesprochen. Mit seiner Aufforderung, dass Priester sich auch um solche Paare kümmern sollten, erregte er in konservativen Kreisen einiges Aufsehen.

Schließlich soll die Synode auch Gelegenheit dazu bieten, über den Tellerrand der eigenen Jugendarbeit zu schauen: Am Ende des Katalogs steht die Frage nach der «best practice». Die Ortskirchen sind aufgerufen, drei Beispiele für eine besonders gelungene Jugendarbeit nennen, die auch für andere Länder interessant sein könnten.

Thomas Jansen
(KNA)

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