Christkönigstatue in Swiebodzin (PL)
Christkönigstatue in Swiebodzin (PL)

19.11.2016

Polens Kirche würdigt Christus theologisch als "König" Diskussion um einen Begriff

Die katholische Kirche in Polen hat ihre Bindung an Jesus Christus unterstrichen und ihn mit einer feierlichen Zeremonie theologisch ausdrücklich als "König" gewürdigt.

 "Mache, dass Dein Königreich unser Vaterland und die ganze Welt erfasst", beteten Polens Bischöfe am Samstag im Krakauer Heiligtum der göttlichen Barmherzigkeit. An der von Kardinal Stanislaw Dziwisz geleiteten Messe zum Abschluss des 1.050-jährigen Jubiläums der Taufe Polens nahmen auch Staatspräsident Andrzej Duda und zahlreiche Gläubige teil.

Am Sonntag soll der "Jubiläumsakt der Anerkennung von Jesus Christus als König und Herr" landesweit in allen Messen begangen werden. Im hierfür von der Bischofskonferenz formulierten Gebet heißt es: "Ich erkenne die Herrschaft des Königs Jesus Christus an und unterwerfe mich seinem Gesetz." Weltweit begehen Katholiken an diesem Tag das Christkönigsfest.

"König des Universums"

Die von manchen Katholiken geforderte Bezeichnung "König von Polen" für Jesus lehnt die Bischofskonferenz allerdings ab. Ein solcher "politischer Akt" bringe keine Erlösung, sagte der Vorsitzende der Kommission für die Glaubenslehre, der Oppelner Bischof Andrzej Czaja, im Vorfeld der Zeremonie. "Die Anerkennung von Jesus als König von Polen würde seine Rolle und Bedeutung verkleinern." Seine Mission, Herrschaft und Macht würden dadurch beschränkt. Nach der Kirchenlehre gilt Christus als "König des Universums".

In Polen macht sich unter anderem die von einem ehemaligen Jesuiten gegründete Vereinigung "Rose" für die Anerkennung Jesu als "König von Polen" stark. Dazu organisiert die Gruppe seit Jahren immer wieder Märsche. Ihr Argument: König Johann II. Kasimir habe bereits 1656 ein feierliches Gelöbnis vor dem Bildnis der Muttergottes abgelegt und sie offiziell zur "Königin von Polen" erklärt. Bis heute wird Maria landesweit in jeder Messe als polnische "Königin" angesprochen.

Kritik am Vorhaben

2006 hatte die katholische Kirche etwa 40 polnische Abgeordnete kritisiert, die Jesus ebenfalls zum König des Landes ausrufen wollten. 2011 verurteilten die Bischöfe die Idee, Jesus zum "König von Polen" zu ernennen. Jeder, der sich der entsprechenden Bürgerbewegung anschließe, stehe außerhalb der Kirchengemeinschaft, mahnten sie. Dziwisz suspendierte damals einen Priester, der massiv für eine Inthronisierung Jesu zum König von Polen geworben hatte.

(KNA)

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