Minenräumung in Kolumbien
Minenräumung in Kolumbien

22.03.2016

Adveniat blickt optimistisch auf Friedensprozess in Kolumbien Geduld gefragt

Nach rund dreieinhalbjährigen Verhandlungen wollten die kolumbianische Regierung und die Rebellenorganisation Farc eigentlich am Mittwoch ihr Friedensabkommen unterzeichnen. Laut Adveniat braucht es dafür aber mehr Zeit.

"Ich befürchte, dass es am 23. März nicht zu dieser lang erwarteten Unterschrift kommen wird", sagte der Referent des bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Thomas Jung, gegenüber domradio.de.  Trotz der Verzögerung bleibt er vorsichtig optimistisch: "Auch wenn es nicht zur Unterschrift kommen wird, wird es nicht mehr sehr lange dauern." Er geht davon aus, dass die Unterschrift in den nächsten Monaten erfolgen wird.

"Friedensvertrag ohne Alternative"

"Es gibt keine Alternative zu diesem Friedensvertrag", sagte Jung, der 27 Jahre lang als Laie für die Kirche in Kolumbien gearbeitet hat und die Friedensverhandlungen für Adveniat beobachtet. Auch Caritas international hofft auf einen baldigen beidseitigen Waffenstillstand. "Das wäre ein großer Fortschritt für die Menschen in Kolumbien», sagte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller am Dienstag.

In der Schlussphase der Friedensverhandlungen waren die Gespräche ins Stocken geraten. Es hakt noch an Details, etwa bei der Abgabe der Waffen der noch rund 8000 Rebellen und einem geplanten Referendum über den Friedensvertrag. Am Montag besuchte US-Außenminister John Kerry die Unterhändler in Kuba und versuchte, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln.

"Wahnsinnige Angst unter Zivilbevölkerung"

In diesen  50 Jahren sei so viel Gewalt im Land verbreitet worden, erinnerte Jung. Es herrsche eine "wahnsinnige Angst unter der Zivilbevölkerung, ein großes Misstrauen selbst unter Verwandten und Nachbarn im kleinen Dorf". Er mahnt zu Geduld, es brauche eine lange Zeit bis all das aufgearbeitet sei. Die Kirche werde dabei helfen.

"Selbst in den letzten Ecken, in den letzten Gegenden Kolumbiens, in den letzten Regionen der Grenzen dort ist die katholische Kirche präsent und die Menschen haben Vertrauen zu ihr. Sie ist die einzige noch glaubwürdige Institution im Land und hat immer ein offenes Ohr für die Bevölkerung", sagte Jung. Er lobte die Arbeit der nationalen Versöhnungskommission, die von der Kirche koordiniert werde. Die katholische Kirche in Kolumbien setze sich für eine Versöhnung und Frieden auch auf regionaler Ebene ein.

(dpa, DR)

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