Das Sternenbanner umrahmt von kubanischen Flaggen
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US-Präsident Obama bei seiner Ankunft in Kuba
US-Präsident Obama bei seiner Ankunft in Kuba
Obama in Havanna
Obama in Havanna

21.03.2016

Adveniat zu Obama-Besuch in Kuba "San Obama"

US-Präsident Obama wird auf Kuba fast wie ein Heiliger empfangen, urteilt die bischöfliche Aktion Adveniat. Viele Kubaner hofften, dass der Besuch Investitionen bringt und damit neue Arbeitsplätze und genug zum Essen.

domradio.de: Was bedeutet diese Öffnung Kubas eigentlich für die Menschen in Kuba?

Martin Hagenmaier (Kuba-Referent beim Lateinamerikahilfswerk Adveniat): Für die Menschen in Kuba ist diese Öffnung sehr wichtig, vor allem im Bereich der wirtschaftlichen Beziehungen. Obama wird fast wie ein Heiliger empfangen: San Obama.

Man hat sehr hohe Heilserwartungen. Man blickt in die USA als einem Land, das sehr reich ist, wo viele Menschen ja auch hin möchten und dort ihre Zukunft sehen. Sie möchten natürlich auch, dass es in Kuba irgendwann so passieren wird:  dass es ein Land gibt, das wirtschaftliche Möglichkeiten hat, wo die Menschen Arbeit finden, aber auch genug zum Essen haben.

Von Überfluss möchte ich nicht reden, aber zumindest dass die größten Nöte auch überwunden werden können und dafür gibt es jetzt einige Anzeichen.

Vieles ist heute schon zu spüren. Viele Kubaner haben ja bereits Verwandtschaft in den USA, diese können nun leichter reisen, können auch einfacher Geld rüberschicken, so dass sich das schon bemerkbar macht. Auch der Tourismus macht sich bemerkbar, die Besuche der US-Amerikaner in Kuba und man hofft natürlich auch auf Investition. Investition bedeutet, dass sich Firmen im Land niederlassen und so auch für ein Wachstum, für Arbeit und damit auch für einen Lohn sorgen.

domradio.de: Es klingt ja fast so als wenn die Öffnung des Landes von allen Menschen mitgetragen würde, ist das auch so?

Hagenmaier: Es gibt da eine sehr hohe Erwartung und damit auch eine Mehrheit der Menschen, die der Meinung sind, es muss sich etwas verändern, weil nur durch die Veränderung kann auch eine Verbesserung der Situation einhergehen. Es sind wenige, die vom bisherigen Regime sehr profitieren. Das Negative überwiegt sozusagen.

Natürlich gibt es auch Kritik an diesem Besuch, aber eher in der anderen Richtung, dass die Veränderungen nicht weit genug gehen und dass Obama zu wenig auf die Probleme schaut. Nämlich dass sich das Regime im Prinzip ja nicht geändert hat und nicht ändert. Gerade in den USA ist das Embargo nach wie vor vorhanden und wird so schnell auch nicht aufgehoben, weil es eine Mehrheit gibt, die sagt, erst muss sich das Regime in Kuba völlig verändern bevor das Embargo aufgehoben werden kann.

domradio.de: Mancher Tourist nutzt ja jetzt noch die Gelegenheit sich Kuba anzuschauen. Es wird immer gesagt, Kuba wird sich rasant verändern. Stimmt das? Wie wird Kuba in ein paar Jahren aussehen?

Hagenmaier: Man kann nicht sagen, wann dieser Zeitpunkt sein wird, aber man kann schon sehen, dass sich das vermutlich sehr stark verändern wird in Zukunft. Zurzeit ist Kuba deshalb sehr attraktiv, weil viele noch einmal das Originalkuba sehen möchten. Das ist natürlich sehr romantisch gedacht. Das heutige Kuba bringt für die Menschen, die dort wohnen, sehr viele Schwierigkeiten mit sich. Deshalb ist die Sehnsucht groß, dass sich hier wirklich etwas verändert. Ich denke, eine Mehrheit ist sich darüber bewusst, weiß aber auch, dass es für sie selber sehr viele Veränderungen mit sich bringt.

Das Interview führte Christian Schlegel.

(dr)

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