Flüchtlingslager Saatari in Jordanien
Flüchtlingslager Saatari in Jordanien

01.12.2015

Kauder will Rückkehrchance für syrische Christen Christliche Identität im Orient

Christliche Flüchtlinge aus Syrien sollten möglichst nahe ihrer Heimat bleiben. Das schlägt Volker Kauder, Unionsfraktionschef im Bundestag, vor. Nur dann bliebe die Chance auf Rückkehr gewahrt, sagte er bei einer Veranstaltung der Bischofskonferenz.

Der Unions-Fraktionschef im Bundestag, Volker Kauder (CDU), wünscht sich den Erhalt der religiösen Vielfalt im Nahen Osten. Daher müssten christliche Flüchtlinge aus Syrien in Lagern benachbarter Länder erträgliche Lebensbedingungen erhalten, statt zur Auswanderung gezwungen zu sein, forderte Kauder am Montagabend in Berlin. "Wenn wir alles daran setzen, dass sie möglichst lange nahe ihrer Heimat bleiben, ist die Chance auf Rückkehr am größten."

Kauder sprach bei einer Veranstaltung der Deutschen Bischofskonferenz zum Thema "Ende der religiösen Pluralität? - Zur Zukunft der Christen im Nahen Osten". Dabei warb er um Verständnis für die Militärregierung in Ägypten. Seit deren Machtübernahme könnten die koptischen Christen wieder in Ruhe leben. "Wir müssen akzeptieren, dass in Übergangsprozessen nicht alles hundertprozentig laufen kann", so der CDU-Politiker zur Kritik an demokratischen Defiziten etwa in Ägypten.

Religiöse Verfolgung gebe es heute weniger durch Staaten und mehr durch terroristische und räuberische Gruppen, betonte Kauder. Zugleich wandte er sich gegen den Vorschlag, westliche Staaten sollten in Konflikte wie dem in Syrien durch Bodentruppen eingreifen. "Dies würde in der Region als neuer Kolonialismus interpretiert", so der Unionspolitiker. Zur Erreichung eines dauerhaften Friedens seien zwar auch militärische Mittel erforderlich; deren Einsatz sei zunächst jedoch Aufgabe der Arabischen Welt selbst.

Patriarch: Orientalische Identität fortsetzen

Auch der Patriarch der Maroniten im Libanon, Kardinal Bechara Rai, appellierte an die westliche Staatengemeinschaft, die moderaten Staatsformen im Nahen Osten mehr zu stützen. Länder wie der Libanon bräuchten Stabilität, damit Christen dort eine Zukunft hätten. Die meisten von ihnen wollten "ihre orientalische Identität fortsetzen", statt in andere Länder auszuwandern.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick trat ebenfalls dafür ein, die von Christen mitgeprägte Kulturlandschaft im Nahen Osten zu erhalten. Wenn ein Wiederaufbau möglich sei, müssten die westlichen Kirchen schnell Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Weihbischof Thomas Renz aus Rottenburg-Stuttgart betonte, die Kirchen im Nahen Osten seien "in einem dramatischen Überlebenskampf". Als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten in der Bischofskonferenz dankte er dem Protestanten Kauder dafür, dass er immer wieder auf das Schicksal der verfolgten Christen weltweit aufmerksam mache.

(KNA)

Nachrichten-Video

Zum Video:
Dienstag, 22.08.2017

Video, Dienstag, 22.08.2017:Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

6:30 - 10:00 Uhr 
Der Morgen

Aktuelles zum Tag

Wort des Bischofs - Das Buch

52 Impulse aus dem Jahr 2016 jetzt auch als Buch!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 22.08.
06:00 - 06:30 Uhr

Laudes

06:30 - 10:00 Uhr

Der Morgen

10:00 - 12:00 Uhr

Menschen

10:00 - 12:00 Uhr

Menschen

12:00 - 18:00 Uhr

Der Tag

16:40 - 17:00 Uhr

Kulturtipp

12:00 - 18:00 Uhr

Der Tag

18:00 - 20:00 Uhr

Kompakt

20:00 - 22:00 Uhr

Menschen

22:00 - 22:30 Uhr

Komplet

22:30 - 24:00 Uhr

Kompakt

00:00 - 06:00 Uhr

Nachtportal

02:00 - 03:00 Uhr

Kopfhörer

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar