Bundespräsident Joachim Gauck mit Polens Präsident Andrzej Duda (r.)
Bundespräsident Joachim Gauck mit Polens Präsident Andrzej Duda (r.)

22.11.2015

Gauck und Duda würdigen Versöhnungs-Briefwechsel der Bischöfe "Ungewöhnlicher Mut"

In einer gemeinsamen Botschaft haben der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck und der polnische Präsident Andrzej Duda die Versöhnungsbotschaft der Bischöfe beider Länder vom November 1965 gewürdigt.

Die Kirchen seien der Politik in Sachen Versöhnung voraus gewesen und hätten in Zeiten des Kalten Krieges ein Zeichen für "ungewöhnlichen Mut" gesetzt, betonten Joachim Gauck und Andrzej Duda in ihrem Schreiben anlässlich des 50. Jahrestags des Briefwechsels. Die katholischen Bischöfe Polens und Deutschlands erinnern an diesem Sonntag mit einer gemeinsamen Messe im polnischen Wallfahrtsort Tschenstochau (Czestochowa) an den historischen Briefwechsel vom 18. Novemeber 1965.

Klima der Feindseligkeit mit dem Brief überwunden

Die polnischen Bischöfe hätten mit ihrem Hirtenbrief die Schuldzuweisungen zwischen den vom Krieg zerrütteten Nationen durchbrochen und das Klima der Feindseligkeit überwunden, betonen die Staatsoberhäupter. Gegen die Stimmung in der eigenen Gesellschaft, die vom Trauma des Krieges geprägt gewesen sei, hätten sie ihren deutschen Amtsbrüdern die Hand zu Annäherung und Dialog entgegengestreckt.

Andere Ereignisse hätten den Geist des Hirtenbriefs aufgenommen und zur besseren Verständigung der Nationen geführt, etwa der Kniefall von Willy Brandt vor dem Denkmal im Warschauer Ghetto 1970, die Umarmung von Helmut Kohl und Tadeusz Mazowiecki bei dem Versöhnungsgottesdienst in Kreisau 1989, oder die von zehn Millionen Menschen getragene Solidarnosc-Bewegung.

Heute offener Dialog zwischen beiden Ländern

Heute könnten sich "das freie, unabhängige Polen und das freie, wiedervereinigte Deutschland im offenen Dialog begegnen", so die Präsidenten. "Die moralische Botschaft des Hirtenbriefs hat wunderbare Früchte getragen." Polen und Deutschland seien heute mehr als gute Nachbarn. Darin liege auch die Aktualität des Bischofsbriefs: "Wir gehören zusammen - als Nachbarn und Partner in einem vereinten Europa." Die Festigung dieses Zusammenhalts sei die größte Aufgabe und Herausforderung für die Zukunft.

Die deutsch-polnische Versöhnungsgeste von 1965 gilt als ein entscheidender Wendepunkte in der Geschichte beider Länder nach dem Zweiten Weltkrieg. Kurz vor dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) hatten die polnischen Bischöfe am 18. November

1965 an ihre deutschen Amtsbrüder geschrieben. Der Brief endete mit den Worten: "In diesem allerchristlichsten und zugleich sehr menschlichen Geist strecken wir unsere Hände zu Ihnen hin (...), gewähren Vergebung und bitten um Vergebung." Zwei Wochen später antworteten die deutschen Bischöfe unter anderem: "Furchtbares ist von Deutschen und im Namen des deutschen Volkes dem polnischen Volk angetan worden. So bitten auch wir zu vergessen, ja wir bitten zu verzeihen."

(KNA)

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