Vollversammlung der US-Bischöfe
Vollversammlung der US-Bischöfe
US-Bischöfe feiern Gottesdienst
US-Bischöfe feiern Gottesdienst

20.11.2015

Reformer haben es in der US-Bischofskonferenz weiter schwer Ungewohnte Debatten - gewohnte Ergebnisse

Bei der Herbsttagung der US-Bischöfe in dieser Woche in Baltimore wurde ungewohnt lebhaft diskutiert. Reformer erreichten Teilerfolge, die Traditionalisten behalten aber die Oberhand.

Am Ende fiel die Entscheidung der Bischöfe über den ergänzten Wählerleitfaden eindeutig aus. Den 210 Ja-Stimmen hatten die Kritiker des Dokuments nur 21 Stimmen entgegenzusetzen; dazu kamen 5 Enthaltungen. Gemessen an der Intensität der Diskussion am zweiten Tag des Herbsttreffens der US-Bischofskonferenz in Baltimore ein überraschend deutliches Ergebnis.

Bischof Robert McElroy von San Diego hatte im Plenum gefordert, das Dokument mit dem Titel "Faithful Citizen" einzustampfen - "weil es die Welt durch die Augen des Jahres 2007" sehe. Seither habe sich zu viel verändert. Papst Franziskus habe außer Abtreibung und Sterbehilfe vor allem die Themen Armut und die Umweltzerstörung in den Mittelpunkt gerückt. Der Wählerleitfaden habe dagegen "eine Schieflage" zugunsten von Abtreibung und Sterbehilfe, während er Armut und Umwelt ausschließe, kritisierte McElroy.

Reformer kritisieren Themenaufbau von 2007 ab

Das Dokument bleibt bei der Verurteilung der "Homo-Ehe" als "inhärent böse" und betont, Abtreibung gehöre zu den wichtigsten Gewissensfragen, der sich die Wähler bei den kommenden Präsidentschafts- und Kongresswahlen stellen müssten. Neu in das Dokument eingearbeitet sind Passagen zur Papst-Enzyklika "Laudato Si", die Umwelt- und Klimaschutz in den Stand einer moralischen Pflicht erheben.

Den Reformern ist dies zu wenig. McElroy erhielt Unterstützung von einer Reihe anderer Bischöfe, die es wie Gerald Kicanas aus der Diözese Tuscon im Bundesstaat Arizona für falsch halten, "den Wählerleitfaden von 2007 bloß zu ergänzen". Dadurch habe er Längen erhalten, die ihn "sehr komplex und wenig hilfreich" machten. Es brauche ein neues Dokument.

Kardinal Daniel DiNardo aus Houston war auf den Widerspruch eingestellt. Der Vorsitzende des Komitees, das mit der Überarbeitung betraut war, wies die Kritik zurück; es handele sich um ein "sehr gutes Lehrdokument". Kardinal Donald Wuerl aus Washington pflichtete bei. Er wolle nicht, "dass das Perfekte zum Feind des Guten wird".

Reformorientierte Kandidaten besetzen kaum Schlüsselpositionen

McElroy verlor nicht nur die Abstimmung zum Wählerleitfaden, sondern erhielt auch bei seiner Kandidatur für den Posten des Vorsitzenden des Komitees für "Gerechtigkeit und menschliche Entwicklung" einen Dämpfer. Die Bischöfe gaben Bischof Frank Dewane aus Venice im Bundesstaat Florida den Vorzug. Auch die anderen eher reformorientierten "Franziskus-Kandidaten" taten sich bei den Wahlen zu den Schlüsselposten in der Bischofskonferenz schwer. Allein der schwarze Bischof von Youngstown im US-Bundesstaat Ohio, George Murry, setzte sich bei den Wahlen zum Vorsitz des Komitees für Bildung und Erziehung durch. Alle anderen unterlagen den traditionalistischen Bewerbern.

Erzbischof John Wester aus Santa Fe hatte im Einwanderungskomitee das Nachsehen hinter dem Erzbischof von Los Angeles, Jose Gomez. Im wichtigen Ausschuss für Ehe und Familie setzte sich der konservative Erzbischof von Philadelphia Charles Chaput gegen Frank Caggiano aus Bridgefort im Bundesstaat Connecticut durch. Lichtblick für die Reformer war die Wahl des Erzbischofs von Indianapolis Joseph Tobin zum Vorsitzenden im Klerus-Komitee.

Ergebnis wird als Stillstand gewertet

"Diese Wahlen zeigen keinen radikalen Richtungswechsel an", wertet der Jesuit und Analyst der Zeitung "National Catholic Reporter", Thomas Reese, den Ausgang der Abstimmungen. "Das ist weder ein Sprung nach vorn noch ein Rückschritt."

Weitgehend umkontrovers verabschiedeten die 240 Bischöfe eine Erklärung zur Rolle von Pornografie in der US-Gesellschaft. Das Dokument mit dem Titel "Schaffe in mir ein reines Herz" fand die Unterstützung von 230 zu 4 Stimmen. Fast mit demselben Verhältnis nahm die Konferenz die fünf Prioritäten der US-Bischöfe bis zum Jahr 2020 an: Evangelisierung; Familie und Ehe; menschliches Leben und Würde; Berufungen und religiöse Freiheit. Die Schwerpunkte von Papst Franziskus schafften es nicht, zu einer eigenen Prioritäten-Kategorie aufzusteigen.

Thomas Spang
(KNA)

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