Christen in Kenia trauern
Christen in Kenia trauern
Islamisten-Angriff auf Studenten in Kenia
Islamisten-Angriff auf Studenten in Kenia

05.04.2015

Kenia sichert Kirchen nach Terroranschlag Drei Tage Trauer

Die Unsicherheit der Christen in Kenia ist nach der Geiselnahme groß. Besonders zum Osterfest verstärken einige Gemeinden die Sicherheit. Gleichzeitig beginnt für drei Tage die Staatstrauer.

Nach dem islamistischen Terroranschlag auf eine kenianische Universität am Gründonnerstag stehen die Sicherheitskräfte in dem ostafrikanischen Land zum christlichen Osterfest in erhöhter Alarmbereitschaft. Laut kenianischen Medienberichten vom Ostersonntag sollten bewaffnete Polizisten an vielen Kirchen Gottesdienstbesucher vor Anschlägen schützen. Manche Gemeinden hätten auch private Sicherheitsdienste angeheuert, hieß es.

Seit Sonntag gilt in Kenia außerdem offiziell für drei Tage Staatstrauer. Menschen überall im Land seien in tiefer Trauer vereint und müssten in den kommenden Tagen zusammenstehen, sagte Präsident Uhuru Kenyatta am Samstagabend. Kämpfer der islamistischen Al-Shabaab-Miliz hatten am Donnerstag ein Universitätsgebäude gestürmt, um sich geschossen und christliche Studenten als Geiseln genommen. Bei dem Anschlag in der Universitätsstadt Garissa gab es mindestens 147 Todesopfer

Solidarität zwischen Juden und Christen

"Die Auferstehung Christi beweist, dass die Macht von Hass und Gewalt sich nie durchsetzen wird", sagte Kenyatta. Ostern zeige, dass das Gute siegen werde. Bis Dienstag wehen in Kenia die Flaggen auf Halbmast. In der Hauptstadt Nairobi ging die Identifizierung der Toten am Wochenende weiter. Im Stadtteil Eastleigh gingen am Samstag Muslime auf die Straße, solidarisierten sich mit den Angehörigen der Opfer und verurteilten den Anschlag. Rund 80 Prozent der Kenianer sind Christen.

Al-Shabaab hatte es bei dem Anschlag offenbar auf christliche Studenten abgesehen. Als die Angreifer die Universität stürmten, seien als erste die 22 Mitglieder einer christlichen Studentenvereinigung erschossen worden, sagte eine Augenzeugin der Zeitung "Daily Nation". Muslime wurden freigelassen. Studenten hätten die Schahada aufsagen müssen, das islamische Glaubensbekenntnis. Wer das nicht konnte, sei erschossen worden.

Mehr als 140 Opfer

Nach 15 Stunden erklärte das Innenministerium die Geiselnahme am Donnerstagabend für beendet. Unter den Toten sind mehr als 140 Studenten, drei Wachmänner und drei Polizisten. Auch vier Angreifer seien getötet worden, hieß es. Die Polizei fuhr die nackten Leichen der mutmaßlichen Islamisten durch die Stadt Garissa und stellte sie öffentlich zur Schau, berichtete "Daily Nation" am Sonntag. Eine Menschengruppe sei hinter dem Konvoi hergelaufen.

Präsident Kenyatta bestätigte, dass fünf weitere Personen festgenommen wurden, die hinter dem Anschlag stecken sollen. Er kündigte an, seine Regierung werde "so scharf wie irgend möglich" auf die Geiselnahme von Garissa reagieren. Kenia werde noch stärker gegen die Islamisten vorgehen als in den vergangenen Jahren.

Kampf gegen Al-Shabaab

Al-Shabaab kontrolliert weite Teile Somalias und verübte immer wieder Anschläge in Kenia. Kenianische Soldaten geht seit 2011 gegen die Islamisten im Nachbarland vor. Al-Shabaab drohte am Samstag bereits mit einem "neuen Blutbad" in Kenia, sollten die Truppen nicht aus Somalia abgezogen werden.

Für Kenia ist die Geiselnahme in Garissa der blutigste Terrorangriff seit dem Al-Kaida-Anschlag auf die US-Botschaft in der Hauptstadt Nairobi 1998, bei dem rund 200 Menschen starben. In den vergangenen Jahren verübte die Al-Shabaab-Gruppe, die sich Al-Kaida angeschlossen hat, immer wieder Anschläge in Kenia. Im September 2013 stürmten Kämpfer das «Westgate»-Einkaufszentrum in Nairobi. Damals wurden 67 Menschen getötet. Ende Februar rief Al-Shabaab auch zu Anschlägen auf Einkaufszentren in Europa und Amerika auf.

(epd)

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