23.02.2015

Bewaffnete haben 89 Kinder im Südsudan entführt Als Kindersoldaten missbraucht

Im Südsudan haben Bewaffnete 89 Kinder aus einem Flüchtlingslager verschleppt. Die Jungen seien während einer Schulprüfung entführt worden, teilte das UN-Kinderhilfswerk UNICEF am Sonntag in Genf mit. Einige der Jungen seien erst 13 Jahre alt gewesen, sie sollen vermutlich als Kindersoldaten missbraucht werden.

Bislang gibt es noch keine Informationen, welche Gruppierung für die Entführung verantwortlich ist. "Da sind Bewaffnete von Haus zu Haus gegangen und haben nach Kindern gesucht. Sie haben dann alle Jungen mitgenommen, die älter als zwölf Jahre waren", sagte UNICEF-Pressesprecher Rudi Tarneden im domradio.de-Interview, "wahrscheinlich sollten sowohl Soldaten rekrutiert als auch die Bevölkerung terrorisiert werden."

Im Südsudan tobt seit 2013 ein Machtkampf zwischen dem Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar, die Folge ist ein Bürgerkrieg. Anfang Februar hatten beide Seiten die Bildung einer gemeinsamen Übergangsregierung vereinbart. Augenzeugen sprechen aber von anhaltenden Kämpfen in Teilen des Landes. Beiden Seiten werden dabei Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Leben wie vor 500 Jahren

Der Südsudan ist ein sehr armes Land: "Die Menschen leben dort teilweise noch so wie vor 500 Jahren", sagt Rudi Tarneden. Deshalb gibt es dort auch keinen Schutzraum für junge Menschen: "Kinder werden nicht als Kinder, sondern als Arbeitskräfte und Soldaten wahrgenommen", so Tarneden. Da der Südsudan sehr dünn besiedelt ist, viele Orte abgeschnitten sind und es keine ausgebauten Straßen gibt, ist es für den Staat schwer, Verbrechen wie Kindes-Entführungen zu verhindern.

"Nicht nur Horrormeldungen"

Nach Schätzungen der UN sind alleine im vergangenen Jahr mehr als 12.000 Kinder und Jugendliche im Südsudan als Soldaten eingesetzt worden. Seit Beginn des Bürgerkrieges sind 1,5 Millionen Südsudanesen auf der Flucht. UNICEF bemüht sich dabei gemeinsam mit staatlichen Stellen, Kinder aus dem Soldatendienst herauszuholen. "Es gibt nicht nur die Horrormeldungen, es gibt auch diesen Weg", sagt UNICEF-Sprecher Rudi Tarneden. Da es sich bei der Miliz wohl nicht um Terroristen handelt, hofft Tarneden, die Jugendlichen durch Verhandlungen freizubekommen.

(epd, dr)

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