05.08.2013

Lage der katholischen Kirche in Slowenien Historische Krise

Die Katholische Kirche in Slowenien kämpft mit der schwersten Pleite des Landes. Hunderte Millionen Euro Schulden der Kirchen haben die Banken und beinahe den ganzen Staat in Schieflage gebracht. Medien sprechen vom moralischen Bankrott.

In der langen Geschichte der Katholischen Kirche dürfte es kaum Parallelen geben: Nach dem riesigen Wirtschaftsskandal der slowenischen Erzdiözese Maribor mussten in dieser Woche zwei Kirchenfürsten zurücktreten. Erzbischof Anton Stres in Ljubljana und Marjan Turnsek in Maribor leiteten sogar die Bischofskonferenz des ganzen Landes. Vor zwei Jahren hatte schon der damalige Erzbischof von Maribor, Franc Kramberger, seinen Hut nehmen müssen. Offiziell wurde sein Alter als Grund für den Wechsel angegeben. Inoffiziell ging es auch hier um den Zusammenbruch der Diözesanfinanzen.

Die Kirchenholdings "Glocke eins" und "Glocke zwei" und die Steuerungsholding "Wirtschaftswachstum" hatten seit Anfang der 90er Jahre investiert, wo immer es ging: Immobilien, Verlagswesen, Grafikunternehmen, Chemiebranche, Bauunternehmen wie Vegrad, Tourismus, Finanzmarkt, die größte Brauerei Lasko und der größte Einzelhändler Mercator waren nur einige der Betätigungsfelder. Besonders desaströs endete das Engagement beim Telekommunikationsanbieter T-2, der sogar den staatlichen Platzhirschen Telekom Slovenije herausfordern wollte.

Der Vatikan hatte eine Untersuchungskommission eingesetzt, über deren Ergebnisse aber Stillschweigen herrscht. Niemand will sich klar äußern. Daher gibt es auch keine eindeutige Schadenssumme. Rund 800 Millionen Euro wurden am Anfang unwidersprochen genannt. Jetzt taucht als Summe der Verbindlichkeiten der drei unter Konkursverwaltung stehenden Kirchenfirmen die Zahl 1,7 Milliarden Euro auf. Neben dem finanziellen Schaden sind die Einbußen für 65.000 Kleinaktionäre heute noch überhaupt nicht zu übersehen.

Hilfe aus Österreich

Die wichtigste slowenische Zeitung "Delo" sprach in der vergangenen Woche von einem "moralischen Zusammenbruch der Kirche von historischer Dimension". Nach der Rückgabe des unter den Kommunisten enteigneten Kirchenbesitzes habe die Glaubensgemeinschaft einen von Macht, Autorität und Geld gesteuerten Höhenflug gewollt, der "in einem tiefen spirituellen und moralischen Erdbeben" endete. Es sei weniger eine Kirche für die Menschen denn ein vom Geld bestimmtes Gebilde errichtet worden, kritisiert auch die Zeitung "Vecer" in Maribor.

Die Kirchenführer wollten nach eigener Darstellung ein Wirtschaftsimperium aufbauen, um Geld für pastorale Aufgaben ihrer Gemeinden zu beschaffen. Doch durch die Pleite wurden nicht nur die Kirchenfinanzen, sondern auch der Staatshaushalt erschüttert. Die staatliche NLB-Bank ist mit Hunderten Millionen Euro Krediten der Hauptgläubiger der Mariborer Skandalfirmen. Die faulen Kredite der NLB und anderer teils ebenfalls staatlicher Banken hatten im Frühjahr in Brüssel zur Furcht vor einem nahen Zusammenbruch der gesamten Staatsfinanzen geführt.

Seit gut einem Jahr wird mit den Banken als Hauptgläubigern über einen außergerichtlichen Vergleich verhandelt. Die Gespräche verliefen positiv, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Hilfe soll auch aus dem benachbarten Österreich kommen. Die Diözese Graz-Seckau hat die Führung bei dieser Rettungsaktion übernommen. Nach dem Vergleich wollten kirchliche Geldgeber aus Österreich Grundstücke der Erzdiözese Maribor erwerben, um dem Schuldner etwas Luft zu verschaffen, erklärt Wirtschaftsdirektor Herbert Beiglböck im bischöflichen Ordinariat in Graz.

Thomas Brey
(dapd)

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