Petersdom und Petersplatz
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30.11.2019

Internationale Theologenkommission begeht 50. Geburtstag Päpstliche Hausaufgaben für die Theologie

Die Internationale Theologenkommission ist 50 Jahre alt. Zum Jubiläum schickt Benedikt XVI. ein Grußwort mit Fußnote. Und Papst Franziskus fordert mehr Wagemut. Von einer Abschaffung des Gremiums ist keine Rede mehr.

Bei dem Festakt zum 50-Jährigen der Internationalen Theologenkommission (ITC) am Donnerstag in der Lateran-Universität wurde unter anderem ein Grußwort jenes Mannes verlesen, der das Gremium lange geprägt und geleitet hat - als einfaches Mitglied, später als Präfekt der Glaubenskongregation: Joseph Ratzinger. Die Kommission, so der emeritierte Papst Benedikt XVI., sei eine Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965): "Der auf dem Konzil deutlich gewordene Abstand zwischen der Theologie, wie sie sich in der Welt entfaltete, und dem Lehramt des Papstes sollte überwunden werden."

Für Aufmerksamkeit sorgte eine Fußnote in Benedikts Grußwort. Darin erwähnt er eine ITC-Stellungnahme von 2003, die "in der Frage eines eventuellen Frauendiakonats nicht zu einem einmütigen Ergebnis" gekommen sei. "Darum schloss diese umfassende Studie mit der Feststellung, dass die rein geschichtliche Perspektive nicht zu einer definitiven Sicherheit führe. Letztlich musste die Frage lehrmäßig entschieden werden", so Benedikt XVI. Zur Geschichte eines möglichen Frauendiakonats in der frühen Kirche setzte auch Papst Franziskus eine eigene Kommission ein, die ebenfalls zu keinem gemeinsamen Ergebnis kam.

"Neue theologische Kultur junger Kirchen"

Gerüchte, Papst Franziskus könne im Zuge seiner Kurienreform die ITC auflösen, scheinen verstummt. Tatsächlich ist in einem Entwurf der erwarteten neuen Kurienordnung das Gremium weiter enthalten. Nur hätte Franziskus es gerne deutlich internationaler und weniger europäisch geprägt. Zudem sollten Theologen stärker Ausdrucksformen ihrer jeweiligen Kultur einbinden, wie Franziskus den Kommissionsmitgliedern bei einer Audienz am Freitag sagte. Auch Benedikt XVI. nannte als künftige Hausaufgabe für die Kommission die "neue theologische Kultur junger Kirchen" und den Dialog mit den großen Religionen der Welt.

Auch forderte Franziskus die Theologie zu mehr Wagemut und Weitsicht auf. "Ich bekräftige noch einmal: Der Theologe muss das studieren, was weiterführt, muss sich der Themen annehmen, die unklar sind und auch Auseinandersetzungen riskieren." Relativierende Aspekte, kontrovers diskutierte Themen gehörten aber nur in den theologischen Diskurs. Normale Gläubige könnten sonst Orientierung oder gar den Glauben verlieren. Das Volk Gottes brauche "feste Nahrung, die den Glauben nährt", so Franziskus.

"Amoris laetitia"

Zunächst übergab die aktuelle Kommission am Freitag dem Papst die dritte Arbeit ihrer aktuellen Amtszeit zu den Glaubensvoraussetzungen für den Empfang der Sakramente. Veröffentlicht wird der Text nach dem Okay des Papstes. Er könnte eine wichtige Stellungnahme sein zum päpstlichen Schreiben "Amoris laetitia". Darin schlägt Franziskus einen Modus vor, wie wiederverheiratete Geschiedene unter bestimmten individuellen Voraussetzungen zur Kommunion zugelassen werden können.

Ebenso interessant könnte die Lektüre des ITC-Textes werden mit Blick auf die pastorale Handreichung zur Kommunionzulassung nicht-katholischer Ehepartner, die einzelne deutsche Bischöfe veröffentlicht haben. Bereits veröffentlicht sind die Stellungnahmen der aktuellen ITC zu dem von Franziskus hoch favorisierten Thema Synodalität sowie zur Religionsfreiheit.

Konsens der Theologen aus 30 Nationen

Gegründet worden war die ITC 1969 von Paul VI. Dominiert wurde die Kommission anfangs von einzelnen europäischen Theologen wie Karl Rahner, Joseph Ratzinger, Yves Congar, Henri De Lubac und Hans Urs Balthasar. Inzwischen macht das Gremium weniger von sich reden. Ihre Dokumente beanspruchten "keine Originalität, sondern erheben den Anspruch, einen Konsens der Theologen aus 30 Nationen abzubilden", so der Bonner Dogmatiker Karl-Heinz Menke, Mitglied der aktuellen ITC.

Offiziell werden die 30 Mitglieder jeweils für fünf Jahre berufen. Die inzwischen neunte Auflage der Kommission begann ihre Arbeit offiziell am 23. September 2014; allerdings endet ihre Amtszeit erst 2020. In der Regel erhalten 30 bis 40 Prozent der Mitglieder eine zweite Amtszeit, um eine gewisse Kontinuität zu gewährleisten. Die Mitglieder der neuen Kommission werden wohl im September bekanntgegeben; formal ernennt sie der Papst. Faktisch schlagen auf Bitten des Präfekten der Glaubenskongregation die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen einen Kandidaten oder eine Kandidatin vor.

Roland Juchem
(KNA)

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