Blick auf den Vatikan
Blick auf den Vatikan
Cristiane Murray
Cristiane Murray

31.07.2019

Vielstimmige Medienabteilung im Vatikan Mehr Effizienz und stärkere Synergien

Vor vier Jahren Lord Chris Patten, Kopf der "Vatican Media Commission", seinen Umbauplan für den päpstlichen Medienapparat vorgelegt. Mit der Berufung von Radio-Vatikan-Mitarbeiterin Cristiane Murray zur Vizedirektorin des Presseamts, ist die neue Aufstellung perfekt.

Jetzt darf man nur gespannt sein, wie die Mannschaft ins Spiel findet. Abbau von Doppelstrukturen, mehr Effizienz, stärkere Synergien - daran orientierten sich die Reformvorschläge der Patten-Kommission. Papst Franziskus verfügte im Juni 2015 die Zusammenlegung der bislang selbstständigen Einrichtungen: Medienrat, Presseamt, Internet-Dienst, Radio Vatikan, der Fernsehdienst CTV, die Zeitung "L'Osservatore Romano", die Druckerei, der Fotodienst und die Verlagsbuchhandlung kamen nach und nach unter ein Dach. Die Medienabteilung bildet damit die derzeit größte römische Kurienbehörde.

Nun ist noch die räumliche Neuorganisation abzuschließen: Bis Sommer 2020 sollen alle Redaktionen ihren Sitz im ehemaligen Radio-Vatikan-Gebäude an der Engelsburg nehmen. Davon erwartet man sich Synergien insbesondere für die 35 Sprachsektionen. Die Verwaltung hingegen zieht in die historische Palazzina Leone XIII in den Vatikanischen Gärten.

Neue personelle Ordnung

Auch die neue personelle Ordnung stellt sich übersichtlich dar: an der Spitze Paolo Ruffini, der erste Laie im Rang eines Präfekten an der Römischen Kurie; unter ihm als Sekretär der argentinische Priester Lucio Adrian Ruiz. Während der Direktor für Allgemeine Angelegenheiten, Paolo Nusiner, weitgehend unsichtbar bleibt, nimmt der international renommierte frühere Vatikan-Korrespondent Andrea Tornielli als Verantwortlicher für die redaktionellen Inhalte eine aktive Rolle ein.

Die Leitung des Presseamts erhielt nach halbjähriger Vakanz Matteo Bruni, dem neben der vorige Woche ernannten Brasilianerin Murray (57), einer studierten Betriebswissenschaftlerin, die Französin Romilda Ferrauto als Senior Advisor zur Seite steht, ferner der US-Amerikaner Thaddeus Jones als Büromanager und die US-Ordensfrau Bernadette Reis SC sowie der Peruaner Raul Cabrera Perez als Assistenten. In der zentralen Anlaufstelle für Medienvertreter aus aller Welt sollen sie Vielsprachigkeit garantieren.

Mehr Internationalisierung und Probleme mit Personalien

Ansätze zu mehr Internationalisierung und zur Einbindung externer Profis funktionieren im Vatikan nicht immer. Auch holperte es mit einigen Neubesetzungen. Das Sprecher-Duo Greg Burke (USA) und Paloma Garcia Ovejero (Spanien) gab nach zweieinhalb Jahren auf, Ruffinis Vorgänger Carlo Maria Vigano zeigte sich den Anforderungen nicht gewachsen; unter dem neuen "Osservatore"-Direktor Andrea Monda gab es Zoff mit der Frauenredaktion.

Wie sich die vatikanische Außenkommunikation im Alltag entwickelt, bleibt abzuwarten. Zuallererst müsste der neue Presseamtsleiter Bruni, der in der Medien-Organisation bei Papstreisen Hervorragendes leistete, eine ähnliche Souveränität als Sprecher beweisen.

Unerlässlich wäre in seiner Funktion auch ein direkter Zugang zu den Entscheiderebenen. Das sah man im Staatssekretariat bislang nicht so. Eine Schnittstelle dort bildet übrigens das Informations- und Dokumentationsbüro, dessen Leiter Carlo Maria Polvani vergangene Woche in den Kulturrat versetzt wurde; ob und wie sich das auf die interne Kommunikation niederschlägt, steht dahin.

Ordnung in die Nutzung der neuen Medienstrukturen bringen

Manches deutet im Medienteam auf eine vielstimmige Cappella Papale: Präfekt Ruffini ließ es sich bei der letzten Bischofssynode nicht nehmen, auch ohne Anspruch auf Vortragstalent das Schlussdokument zu präsentieren. Bei schwierigen Materien muss ansonsten regelmäßig Tornielli ran, der nicht nur Theologe ist, sondern sich auch verständlich auszudrücken versteht. Für den bisherigen Interims-Vatikansprecher Alessandro Gisotti schuf man den Posten eines "stellvertretenden redaktionellen Verantwortlichen" - und als solcher twitterte er die ersten Tage im neuen Amt so weiter wie das letzte halbe Jahr im alten.

Um das Angebot und die Verwirrung zu mehren, verbreitet das Haus-Portal Vatican News Statements von Kurialen in Interviewform oder reproduziert Pressematerialien unterschiedlicher Herkunft und gibt ihnen damit den Anschein des Offiziellen, Geprüften. Auch die Jesuiten-Zeitschrift "Civilta Cattolica", deren Leiter P. Antonio Spadaro SJ zur Entourage des Papstes auf Reisen gehört und als Vertrauter von Franziskus gilt, steht im Ruf, ein halbamtliches Organ zu sein. Nachdem der Vatikan seine Medienstrukturen halbwegs aufgeräumt hat, kann er jetzt noch Ordnung in die Modalitäten ihrer Nutzung bringen.

Burkhard Jürgens
(KNA)

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