Papst Franziskus und Annette Schavan
Papst Franziskus und Annette Schavan

08.10.2018

Schavan fordert, in der Kirche auf Erfahrung und Fähigkeiten zu achten "Laien sind keine Dilettanten"

Die ehemalige deutsche Vatikanbotschafterin Annette Schavan fordert nach Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche mehr Leitungsverantwortung für Frauen und männliche Laien.

Die ehemalige deutsche Vatikanbotschafterin Annette Schavan fordert nach Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche mehr Leitungsverantwortung für Frauen und männliche Laien. "Die Leitung einer Gemeinde oder auch der Verwaltung einer Diözese sollte nach Erfahrung und Fähigkeiten besetzt werden, nicht nach Geschlecht", sagte sie dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag). "Ich finde, es muss auch im Verhältnis von Amt und Laien neue Wege geben", ergänzte sie. Denn, so Schavan, "Laien sind keine Dilettanten, wie das Wort vermuten lässt".

Die frühere Bundesbildungsministerin war von 2014 bis Ende Juni 2018 deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl. Die Erkenntnis, dass die Kirche sich in einer schweren Krise befinde, ist aus Schavans Sicht auch in Rom angekommen. "Ich bin davon überzeugt, dass Papst Franziskus die ganze Tragweite der Krise mit am besten verstanden hat", sagte sie der Zeitung des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Ignoranz ist Gift

Durch die Diskussion über die Ursachen von sexuellem Missbrauch werde das weit verbreitete Unbehagen über «Männerbünde» und "geschlossene Gesellschaften" in der Kirche öffentlich. Das "öffnet ein Zeitfenster für eine Weiterentwicklung der Kirche, die auch geistlich überzeugt", so die Ex-Botschafterin. Es sei ein großer und wichtiger Schritt, wenn nun der "Klerikalismus" als speziell katholische Ursache von sexuellem Missbrauch herausgestellt werde. Damit werde anerkannt, "dass es einen strukturellen Kontext gibt, der förderlich war für den Missbrauch der Macht, der Gewissen und für sexualisierte Gewalt".

Sie zeigte sich zudem überzeugt, dass auch die katholischen Orden nicht länger um eine umfassende und konsequente Aufklärung von sexuellem Missbrauch in ihrem Einflussbereich herumkämen. "Ich bin ziemlich sicher, dass am Ende jede Gemeinschaft in der Kirche weltweit an einer konsequenten Aufklärung interessiert sein wird und sein muss. Wer findet, er könne das Thema gleichsam liegen lassen, wird erleben, dass sich solche Ignoranz wie Gift in der Gemeinschaft auswirkt", betonte Schavan.

(KNA)

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