Papst Franziskus
Papst Franziskus beim Angelusgebet

10.06.2018

Papst beim Angelus: Gebt acht vor falschen Beschuldigungen! "Tödliches Gift"

Andere fälschlich zu beschuldigen, sei ein tödliches Gift. So formulierte es Papst Franziskus in seiner Ansprache vor dem Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Den Ruf eines Menschen zu runieren, sei nicht hinnehmbar. 

Selbst Jesus war Opfer von falschen Anschuldigungen, führte Franziskus weiter aus. Ausgehend vom Tagesevangelium nach Markus (Mk 3,20-35) erläuterte der Papst, dass die Schriftgelehrten Jesus nicht verstanden hatten. Aber selbst die eigenen Angehörige hatten Mühe, den Herrn zu verstehen, wie es in derselben biblischen Stelle beschrieben wird.

Bei den Schriftgelehrten sei dies bemerkenswert gewesen, weil es sich ja um Männer handelte, "die die Heilige Schrift studiert hatten". Sie hatten deshalb den Auftrag erhalten, dem Volk diese Schrift zu erklären. Doch stattdessen hätten einige vielmehr versucht, Jesus zu verleumden, indem sie über Jesus sagten, dass dieser "von Beelzebub besessen" sei. Mit Hilfe des Teufels – so die verleumderische Anklage gegen Jesus – würde der Herr die Dämonen austreiben.

Der unermüdliche Helfer

Jesus habe unermüdlich geholfen, erläuterte Franziskus und fügte an, dass Jesus Klartext gesprochen habe. Auf diese Weise habe er seinen Verleumdern geantwortet und gleichzeitig auf die schlimmste Sünde schlechthin hingewiesen: gegen die Liebe Gottes zu lästern und diese Liebe zu verleugnen. Denn Jesus habe durch die Liebe Gottes gehandelt. Diese Sünde, also die Verleugnung der Liebe Gottes, sei so schlimm, dass sie nicht vergeben werden könne. Es sei die einzige Sünde, die keiner Vergebung würdig ist. Denn logischerweise verschließe sie das Herz des Sünders vor der Barmherzigkeit Gottes.

Und was lernen wir heute daraus? Wer neidisch auf die Güte und Hilfe anderer Mitmenschen reagiere und handle, der verfalle genau in diese sündige Falle. Der Tiefpunkt sei die falsche Beschuldigung, die ein "tödliches Gift" sei. "Gott bewahre uns davor", so der Papst. Boshaft den Ruf eines Mitmenschen zu ruinieren, sei nicht hinnehmbar. Einziges Gegenmittel bevor es zu spät wird, sei das Sakrament der Buße.

Angehörige Jesu hielten ihn für verrückt

Auch die Angehörigen Jesu waren nicht alle auf seiner Seite. Einige hätten Jesus für einen Verrückten gehalten, weil er in ihren Augen durch das Wanderleben anders als zuvor erschien. Jesus habe sich nichtsdestotrotz den Kranken und Sündern zugewendet und verbrachte so viel Zeit mit ihnen, "dass er nicht einmal mehr Zeit hatte zu essen", erläuterte der Papst. Deshalb wollten ihn seine Angehörige zurück nach Nazareth holen.

Als Argument, um Jesus davon zu überzeugen, nach Nazareth zurückzukehren, hätten sie gesagt, dass Jesu Mutter und seine Brüder ihn suchten. Jesus habe geantwortet, dass er eine neue Familie habe, die auf dem Glauben an ihn gestützt sei und alle seien "Kinder Gottes und deshalb Geschwister untereinander".

Nun könnte man einwenden, dass es respektlos von Jesus gewesen sei, seine Mutter und seine Familienangehörigen abzuweisen. Doch – wie der Papst weiter erläuterte – seien die Worte Jesu "die größte Anerkennung für Maria gewesen, weil sie die Jüngerin Jesu schlechthin gewesen sei, da sie in allem den Willen Gottes befolgt hat".

(VN)

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