Blick in die Domitilla-Katakomben
Blick in die Domitilla-Katakomben

24.07.2017

Steyler Missionar ist Direktor der Domitilla-Katakomben in Rom Mission unter der Erde

Es klingt ein bisschen nach einem Ferienjob: Der Steyler Missionar Uwe Heisterhoff ist Direktor der Domitilla-Katakomben in Rom und führt auch Touristengruppen durch das bekannte unterirdische Gräberfeld aus der Antike. 

domradio.de: Seit mittlerweile sechs Jahren sind Sie nun schon Direktor - geplant war das allerdings nicht wirklich. Ihr Wunsch war es immer, in die Mission zu gehen. Wieso sind Sie dann in den Katakomben gelandet?

Uwe Heisterhoff (Steyler Missionar und Direktor der Domitilla Katakomben in Rom): Ich war in der Mission tätig, nämlich 15 Jahre in Bolivien und ich würde auch gern zurück nach Südamerika. Damals bin ich aber vom damaligen Generalsuperior gebeten worden, in der Katakombe Dienst zu tun, weil der Vorgänger, Pater Edvino, der die ersten drei Jahre hier gearbeitet hat, krank wurde. Der konnte also nicht mehr und man brauchte jemanden vor Ort; also bin ich hergekommen.

domradio.de: Sie führen selbst durch die Katakomben und stellen dabei die Missionsarbeit in den Vordergrund. Wie muss man sich das vorstellen?

Heisterhoff: Die Gruppen kommen, wir geben denen dann eine Einführung unten in der Basilika, die wir dort haben und gehen dann mit der Gruppe durch die Katakombe, erklären den Besuchern den Ort und die Geschichte der Christen. Da haben natürlich viele Elemente Platz, zum Beispiel Fragen nach der Christengemeinde damals, warum sie die Katakombe gebaut haben, wie sie gelebt haben und so weiter.

domradio.de: Was beeindruckt Sie am meisten an den Domitilla-Katakomben?

Heisterhoff: Als ich kam, fand ich es interessant, dass man in der Katakombe - die ja im Grunde ein Friedhof ist - viele Elemente der Christengemeinde findet, die von der Auferstehung sprechen. Seien das Malereien, Fresken oder Symbole, die in Stein gehauen sind. Das hat mich sehr beindruckt.

domradio.de: Obwohl es ein Gräberfeld ist, obwohl dort die Toten liegen, ist die Auferstehung also ein elementares Symbol dort?

Heisterhoff: Ja, man findet es überall. Die Katakombe als solche ist ja auch gerade erst deswegen gebaut worden. Nur aus dem Glauben an die Auferstehung wollte man mit dem unversehrten Leib bestattet werden und das ging nur unterirdisch. Denn überirdisch hatte man dazu keinen Platz; man hätte zunächst Grundstücke benötigt und in den ersten Jahrhunderten konnte die Kirche ja selbst überhaupt keine Grundstücke kaufen. Deswegen musste man nach unten gehen.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(dr)

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