Blick in die Domitilla-Katakomben
Blick in die Domitilla-Katakomben
Darstellung von Daniel in der Löwengrube
Darstellung von Daniel in der Löwengrube

31.05.2017

Restaurierungen der größten Katakomben Roms abgeschlossen Zeugnis der christlichen Grabkultur

Nach mehrähriger Restaurierung sind die Domitilla-Katakomben in Rom der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Zu sehen gibt es dort Gemälde aus dem 3. und 4. Jahrhundert. Außerdem stellt ein neues Museum Dokumente der frühchristlichen Grabkultur aus.

In Rom ist ein neues Museum zur frühchristlichen Grabkultur vorgestellt worden. Die ausgestellten Marmorköpfe, Inschriften und Sarkophage wurden nach Angaben des Präsidenten des päpstlichen Kulturrats, Kardinal Gianfranco Ravasi, bei Grabungs- und Restaurierungsarbeiten der vergangenen 25 Jahre in den Domitilla-Katakomben sowie in umliegenden Grabstätten entdeckt. Das Museum an den Domitilla-Katakomben soll binnen einem Monat für Besucher geöffnet werden. Daran mitgewirkt haben die päpstliche Kommission für Archäologie und das Deutsche Archäologische Institut.

Ravasi betonte anlässlich der Vorstellung des neuen Museums, die Malereien in den Domitilla-Katakomben, der größten christlichen Grabanlage Roms, zeigten den Übergang vom Heidentum zum Christentum. Das Deutsche Archäologische Institut in Rom (DAI) zeigt in dem Museum einen Plan der Katakomben, den es in dreijähriger Arbeit mit einem 3D-Laser-Scanner von den insgesamt rund 20 Kilometer langen Gängen auf vier unterirdischen Ebenen anfertigte.

Malereien in den Katakomben freigelegt

Die 3D-Darstellung mit Fotos aller Inschriften und Malereien sei für künftige Forschungen eine wichtige Grundlage, betonte DAI-Direktor Ortwin Dally. Der Plan zeigt die gesamte Katakomben-Anlage, die sich mit rund 26.000 Gräbern auf einer Fläche von zehn Hektar erstreckt.

Während die Darstellungen in den Grabkammern teils mit Laser-Technik von schwarzer Patina befreit wurden, ergaben Untersuchungen des Deutschen Archäologischen Instituts, dass die Malereien in den Katakomben in zwei unterschiedlichen Epochen entstanden. Eine erste Phase kann nach Angaben von Norbert Zimmermann vom DAI auf den Beginn des dritten Jahrhunderts datiert werden. Spätere Malereien in einem Stil, der sich an den überirdischen Monumentalgräbern vorchristlicher Gräber orientiert, stammten dagegen aus dem vierten Jahrhundert.

Entstehung der Katakomben zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert

Die Domitilla-Katakombe in der Nähe der Via Appia Antica entstand zwischen dem zweiten und vierten Jahrhundert. Das Gelände hatte die adlige Römerin Domitilla aus dem Geschlecht der Flavier Ende des ersten Jahrhunderts der christlichen Gemeinde vermacht, als sie wegen ihres Übertritts zum christlichen Glauben von Kaiser Domitian auf die Insel Ponza verbannt wurde.

Ihre Bedeutung nahm zu, als Papst Damasus (366-384) hier die Verehrung römischer Heiliger förderte, etwa der Soldatenmärtyrer Nereus und Achilleus. Populär wurde auch das Grab der Märtyrerin Petronilla, in der die Volksfrömmigkeit eine Tochter des Apostels Petrus erkannte.

Als nach dem Untergang des Römischen Reiches die Unsicherheit auf dem Land zunahm, ließ Papst Leo III. (795-816) die Gebeine der Märtyrer in die Kirche der heiligen Nereus und Achilleus bei den Caracalla-Thermen bringen. Die Domitilla-Katakomben gerieten in Vergessenheit und wurden erst im 16. Jahrhundert wiederentdeckt. Eine erste wissenschaftliche Erforschung fand Mitte des 18. Jahrhunderts statt.

Katakombenpakt während des II. Vatikanischen Konzils

Der Archäologe Fabrizio Biscotti hob bei der Vorstellung der restaurierten Katakomben am Dienstag das wiederentdeckte malerische Erbe hervor. Die Kunstwerke der rund 50 römischen Katakomben insgesamt repräsentierten das "konkreteste und am besten lesbare Zeugnis" des christlichen Umgangs mit dem Tod. Als bedeutendste wissenschaftliche Entdeckung bewertete er die Freilegung von zwei Bildprogrammen aus konstantinischer Zeit (4. Jahrhundert).

Kirchenhistorische Bedeutung in jüngerer Zeit erhielten die Grabanlagen durch den sogenannten Katakombenpakt, der im November 1965 wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) in den unterirdischen Gängen geschlossen wurden. Darin verpflichteten sich 40 Bischöfe aus aller Welt zu einer besonderen Nähe zu den Armen.

(KNA, epd)

Live: Domwallfahrt 2018

DOMRADIO.DE überträgt die Höhepunkte der Domwallfahrt live im Web-TV.

Sonderseite zur DBK-Vollversammlung

Die deutschen Bischöfen treffen sich ab Montag in Fulda: Themen sind u.a. die neue Missbrauchsstudie und der Weltjugendtag in Panama.

Live: Vollversammlung der Bischofskonferenz

Gottesdienste und Pressekonferenzen im Live-Stream!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Aktuell: Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

DOMRADIO in Berlin und Brandenburg

Ab sofort auf DAB+ auch in Berlin und Brandenburg: Das Kölner DOMRADIO!

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 26.09.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Dom zu Fulda: Hier finden die Gottesdienste der Vollversammlung statt
    26.09.2018 07:30
    Gottesdienst

    Herbst-Vollversammlung der Deu...

  • Lukasevangelium
    26.09.2018 07:50
    Evangelium

    Lk 9,1–6

  • Papst Paul VI. und Patriarchen Athenagoras I. hoben Exommunikationen auf
    26.09.2018 09:10
    Anno Domini

    Papst Paul VI.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen