Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller
Kurienkardinal Müller

Der 1947 geborene Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller ist seit dem Jahr 2012 der Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan. Vorher war er zehn Jahre Bischof von Regensburg.

09.06.2016

Kardinal Müller widmet sich Charismatikern Wie ungeplante Kinder

Wenige Tage vor der Veröffentlichung eines vatikanischen Schreibens zu charismatischen Bewegungen hat ein Interview von Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller weitere Spekulationen über den Inhalt des Papiers genährt.

In der vatikanischen Tageszeitung "Osservatore Romano" verglich der Präfekt der Glaubenskongregation charismatische Bewegungen mit "ungeplanten Kindern". Sie seien Geschenke für die Kirche, auch wenn sie oft eine "explosive Neuheit" auszeichne und sie der "Reinigung" bedürften, zitierte die Zeitung Müller.

Aber, wer wirklich Vater und Mutter sei, liebe seine Kinder und sorge für sie, betonte der deutsche Kurienkardinal. Papst Franziskus könne gar nicht anders, als charismatische Bewegungen zu lieben. Dass sich der Präfekt der Glaubenskongregation vor der Veröffentlichung eines Schreibens seiner Behörde überhaupt in einem Interview dazu äußert, gilt als ungewöhnlich. Konkrete Inhalte des Schreibens nannte Müller jedoch nicht.

Hierarchie und Charisma

Das vatikanische Presseamt hatte am Dienstag mitgeteilt, dass Kardinal Müller am nächsten Dienstag ein Schreiben an die katholischen Bischöfe über "das Verhältnis zwischen hierarchischen und charismatischen Gaben für Leben und Mission der Kirche" vorstellt. Das Dokument der Glaubenskongregation trägt den lateinischen Titel "Iuvenescit Ecclesia" ("Die Kirche verjüngt sich").

Laut einem Bericht der französischen Tageszeitung "La Croix" will die Glaubenskongregation künftig charismatische Bewegungen stärker beaufsichtigen und Privatoffenbarungen, von denen Mitglieder charismatischer Bewegungen gehäuft berichten, sorgfältiger prüfen lassen.

Mehr Aufsicht

"La Croix" zitierte am Dienstag in seiner Online-Ausgabe einen namentlich nicht genannten Mitarbeiter der Glaubenskongregation mit der Aussage, bislang sei es für Bischöfe oft schwierig, die Authentizität von Privatoffenbarungen zu beurteilen. Es gehe darum, einen Mittelweg zu finden und Privatoffenbarungen weder von vornherein gänzlich abzulehnen noch vorbehaltlos zu akzeptieren.

Charismatische Bewegungen entstanden in der katholischen Kirche vor allem nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Kennzeichnend für diese Gruppen sind die starke Betonung einer unmittelbaren persönlichen Erfahrung des Heiligen Geistes und ein ausgeprägtes geistliches Eigenleben. Das Verhältnis zwischen Ortsbischöfen und diesen Bewegungen ist oft gespannt, weil die Charismatiker sich schwer in kirchliche Strukturen einbinden lassen. Dies dürfte ein zentrales Thema des neuen vatikanischen Schreibens sein.

(KNA)

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