Frauen auf dem Petersplatz
Frauen auf dem Petersplatz

03.05.2016

Der Vatikan gibt ein eigenes Frauenmagazin heraus Neue Pflichtlektüre für Kurie?

Dieses Frauenmagazin ist anders als andere. Keine Mode, keine Beziehungstipps, kein Lifestyle. Die erste vatikanische Frauenzeitschrift soll die Stimme der Frauen in der Kirche zu Gehör zu bringen. Umstürze sind nicht geplant.

Eines erschließt sich auf Anhieb: Dieses Frauenmagazin ist anders als andere. Keine Mode, keine Beziehungstipps, kein Lifestyle. Nicht einmal richtig Werbung, außer drei ganzseitigen Anzeigen der italienischen Post. Das Thema, mit dem die erste vatikanische Frauenzeitschrift an den Start geht: "Mariä Heimsuchung" - die Mutter Jesu trifft Elisabet, und es ereignet sich ein selten gelungener Fall von Kommunikation. Zwei Frauen sprechen von Herz zu Herz.

Römische Historikerin leitet die Redaktion 

Um Geist geht es, nicht um Fleisch. Das jüngste Publikationsprojekt des Vatikan versucht gar nicht erst, sich den Kiosken dieser Welt anzubiedern. Lucetta Scaraffia, römische Historikerin und Schriftleiterin des neuen Magazins, begründet das biblische Schwerpunktthema im ersten Heft als programmatisch für die ganze Zeitschrift: Maria und Elisabet seien "Frauen, die ans Licht bringen und der Welt kundtun, was andere Frauen zu sagen haben".

Es war Benedikt XVI. (2005-2013), der 2012 den entscheidenden Impuls gab. Er wünschte eine stärkere Präsenz von Frauen in der Zeitung "Osservatore Romano", dem halbamtlichen Vatikan-Blatt. So entstand eine monatliche Beilage mit dem Titel "Frau - Kirche - Welt", die sich jetzt, mit der 46. Ausgabe, zu einem selbstständigen Heft emanzipiert.

Dem Vatikan ist die Sache wichtig genug, dass zur Vorstellung am Dienstag eigens Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin aufs Podium stieg. Er nannte die Publikation Ausdruck einer "neuen und guten Gewohnheit: hören, was die Frauen zu sagen haben". Immerhin seien Frauen zwar die ersten Verkünderinnen der christlichen Botschaft, zum Theologiestudium zugelassen aber erst seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965).

Redaktion plant keinen Umsturz

Ähnlich verweist Scaraffia in ihrem Editorial auf die "intellektuelle Revolution, die Frauen in der katholischen Kultur seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts vollbracht haben", vor allem in den zurückliegenden Jahrzehnten. "Es war eine verborgene Revolution, fast übersehen im Innern der Kirche." Einen Umsturz der Kirchenstrukturen selbst wollen indessen sie und ihre Mitstreiterinnen nicht anzetteln.

Darauf angesprochen, ob sie gegen Chauvinismus und Männerzentrierung in der Kirche zu Felde ziehen wollten, sagte Scaraffia scherzend mit Blick auf den Kardinalstaatssekretär: "Wir müssen vorsichtig sein." Eine kritische Auseinandersetzung werde es geben, aber nicht auf polemische Weise. Die Zeitschrift werde "das viele Positive" in den Vordergrund stellen.

Auflage von rund 18.000 Exemplaren

Der "andere Blick" der Frauen: darum geht es den Redakteurinnen nach eigenem Bekunden. Das Team umfasst eine afrikanische Theologin - Rita Mboshu Kongo - und die jüdische Historikerin Anna Foa. "Frau – Kirche - Welt" sucht die weite Perspektive, über Länder- und Konfessionsgrenzen hinaus, jedoch behutsam und leise. Und fast diskret bleibt auch der Kreis der Adressatinnen: 18.000 bis 20.000 Exemplare soll die Auflage umfassen, die mit dem "Osservatore" ausgeliefert wird.

Mit dem publizistischen Anliegen können die Autorinnen Papst Franziskus hinter sich wissen, der wiederholt betonte, Frauen müssten eine stärkere Rolle in der Kirche spielen. Er betont zugleich, dass damit kein gleichberechtigter Zugang zu allen Ämtern gemeint ist. Auch Kardinal Parolin erinnerte bei dem Pressetermin daran, dass manche kirchliche Positionen schon zementiert seien, "wie jene zum Priesteramt".

Andere Aufgaben mit Leitungsfunktion stehen Frauen theoretisch offen, aber in der Praxis hat sich auch unter Franziskus im Vatikan nicht viel getan. Auch bei der Synode zu Familienthemen im vergangenen Herbst waren Frauen schwach repräsentiert und nicht stimmberechtigt.

Ob die Stimme, die der Vatikan den Frauen stärker geben will, mehr sein wird als eine journalistische, muss sich zeigen. Selbst für eine vatikanische Kindertagesstätte - die es bislang im Vatikanstaat noch nicht gibt - würde vermutlich manche Mitarbeiterin des Heiligen Stuhls gerne weiterhin auf Kosmetiktipps und Sommerdiäten im päpstlichen Frauenmagazin verzichten.

(KNA)

Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube

DOMRADIO.DE überträgt alle Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube und Periscope.

DOMRADIO hören

Laden Sie sich unsere App herunter – kostenlos in den Stores. DOMRADIO hören Sie auch übers Internetradio, Smartspeaker, andere gängige Radio-Apps, in Köln auf UKW 101,7, in Berlin/Brandenburg über DAB+ und natürlich auf DOMRADIO.DE.

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Podcast: Der Morgenimpuls von Schwester Katharina

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

WBS-Weggeleit

Messenger-Gemeinde

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

 28.05.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Österreichische Bischöfe fordern in Pfingst-Hirtenbrief gesellschaftliche Wende
  • Pfarrer Schwaderlapp zu Neuland-Park-Übertragung an Pfingstmontag
  • Regierung in Frankreich stimmt Corona-App zu
  • Pilgern über Pfingsten: Die schönsten Wege in Deutschland
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Österreichische Bischöfe fordern in Pfingst-Hirtenbrief gesellschaftliche Wende
  • Pfarrer Schwaderlapp zu Neuland-Park-Übertragung an Pfingstmontag
  • Regierung in Frankreich stimmt Corona-App zu
  • Pilgern über Pfingsten: Die schönsten Wege in Deutschland
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Briefanleitungen zur At-Home-Pfingstmesse
  • Corona-Update aus Berlin
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Briefanleitungen zur At-Home-Pfingstmesse
  • Corona-Update aus Berlin
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Wie sieht es an Pfingsten mit den Lockerungen aus?
  • Ethikrat: Diskussion über Immunitätsausweis
  • Pfingstmessen für zu Hause - Anleitungen in Briefform
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…