Die Kardinäle bereiten die Papstwahl vor
Die Kardinäle bereiten die Papstwahl vor

07.03.2013

Das Prä-Konklave entwickelt eine eigene Dynamik Noch immer ohne Datum

Die Kardinäle machen es spannend, wann die Papstwahl beginnt. Beobachter rechnen bis morgen mit einer Entscheidung. Als frühester Termin gilt der kommende Montag.

Beim Konklave 2005 schien die Ausgangslage überschaubar. Mit den beiden Kardinälen Joseph Ratzinger und Carlo Maria Martini gab es von Anfang an zwei starke Kandidaten mit klaren Positionen und überzeugten Anhängern. Damals ging es vor allem darum, einen Nachfolger für den übermächtigen Johannes Paul II. zu finden, der bei aller eigenen Kreativität dessen Erbe fortsetzen sollte, ohne ihn zu kopieren.

Diesmal sind, nach der theologischen Brillanz, den intellektuellen Höhenflügen aber auch den organisatorischen Pannen im achtjährigen Pontifikat von Benedikt XVI. die Erwartungen ungleich komplexer. Und der große Favorit für das Papstamt ist noch nicht absehbar. Dafür werden in den Medien rund zwei Dutzend mögliche Kandidaten genannt - und die Liste wird täglich länger.

US-Kardinäle stellten Öffentlichkeitsarbeit ein

Wie 2005 liegt auch diesmal der Schleier der Geheimhaltung über dem Konklave und auch über dem seit Montag laufenden Prä-Konklave. Nur Weniges und Allgemeines dringt nach draußen. Und die US-amerikanischen Kardinäle, die nach den ersten römischen Sitzungen zu Pressebriefings einluden, stellten - offenbar auf Wink der übrigen Mitbrüder hin - ihre Öffentlichkeitsarbeit ein.

Dennoch spricht das wenige, was nach außen dringt, dafür, dass diesmal die Beratungen der Kardinäle in den Generalkongregationen anders verlaufen als vor knapp acht Jahren. Damals nahmen Formalien und Diskussionen über die Wahlordnung lange Zeit in Anspruch - immerhin lag das letzte Konklave 27 Jahre zurück und fast alle Kardinäle waren Neulinge bei einer Papstwahl. Erst spät kamen die Purpurträger damals zu inhaltlichen Fragen.

Hoher Gesprächsbedarf

Insgesamt 51 Kardinäle haben sich in den ersten vier Sitzungen zu Wort gemeldet, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi am Mittwochmittag mit. Der Gesprächsbedarf ist offensichtlich hoch, die Redezeit musste auf fünf Minuten begrenzt werden. Dabei ging es, wie die kargen Andeutungen Lombardis erahnen ließen, formal um den Beginn des Konklave, vor allem aber um inhaltliche Belange: um die Lage der Kirche und die Neuevangelisierung, um das Verhältnis zwischen Heiligem Stuhl und Ortskirchen und um das Profil des künftigen Papstes.

Dass die Generalkongregation noch nicht über den Termin für den Konklavebeginn abgestimmt hat, scheint nicht nur eine Frage des Statuts und der Höflichkeit. Über eine so wichtige Frage sollten nach Möglichkeit alle wahlberechtigten Kardinäle entscheiden, und auch am Mittwoch fehlten noch zwei - ein Vietnamese und ein Pole. Vor allem aber wird daran deutlich, dass die Kardinäle gar nicht so sehr auf ein rasches Konklave drängen, sondern sich Zeit zur Beratung, zum gegenseitige Kennenlernen, vor allem aber zum Kennenlernen der aktuellen Fragen und Probleme wünschen.

Kirchliche Situationsanalyse

Im Vordergrund der Generalkongregationen stand, wenn man Lombardis Angaben richtig deutet, eine kirchliche Situationsanalyse. Es dürfte um die Aufgaben der Kirche in der Welt von heute angesichts von Finanzkrise und Säkularisierung, von Kriegen und Katastrophen, von interreligiösen Kontroversen und ökumenischen Spannungen gehen. Aber auch die Kritik der Ortskirchen an Rom ist ein Thema. Mancher Diözesankardinal hatte in den vergangenen Tagen unverhohlen seinen Unmut über den häufig unrund laufenden Motor der römischen Zentrale geäußert. Die Irritationen über „Vatileaks“ und deren Aufarbeitung, über den Umgang mit den Missbrauchsskandalen und über das Taktieren in der Williamson-Affäre sitzen offenbar tief.

Vermutlich aber am Donnerstag oder spätestens Freitag dürften die Kardinäle entscheiden, wann sie ins Konklave einziehen wollen. Als frühesten Termin vermuten Beobachter den 11. März. Als unwahrscheinlich gilt freilich, dass sich die Würdenträger erst nach dem 17. März zur Wahlhandlung in die Sixtinische Kapelle begeben.

Allerdings könnte nach einem gründlichen Prä-Konklave die eigentliche Wahl dann umso rascher erfolgen.

Johannes Schidelko
(KNA)

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