Fahne des Anstoßes: Stadtwappen von Mönchengladbach
Fahne des Anstoßes: Stadtwappen von Mönchengladbach
Propst Peter Blättler
Propst Peter Blättler

07.10.2019

Mönchengladbacher Propst zur Stadtwappen-Zensur in Istanbul Sport bleibt Sport

Mönchengladbach-Fahnen mit Kreuz und Bischofsstab wurden in Instanbul aus dem Stadion verbannt. Pfarrer Peter Blättler ist Propst in Mönchengladbach und Fußballfan. Er hat Verständnis für die Wut der Fans. Trotzdem rät er zu Gelassenheit.

DOMRADIO.DE: Die Fans sind weiterhin empört: Am Rande des Spiels von Borussia Mönchengladbach gegen Basaksehir Istanbul hatten Polizisten den Gäste-Fans Fahnen abgenommen, weil diese christliche Symbole zeigten. Dabei handelte es sich um das Stadtwappen Mönchengladbachs, in ein Kreuz und ein Bischofsstab abgebildet ist. Was haben Sie gedacht, als Sie die Geschichte gehört haben?

Peter Blättler (Propst in Mönchengladbach und Pfarrer von St. Vitus): Ich finde es schlimm und empörend, wie man in Istanbul mit den Fußballfans umgegangen ist. Das geht gar nicht, zumal ja auch die Fans von Borussia Mönchengladbach in den letzten Jahren in europäischen Städten und Metropolen eher dadurch aufgefallen sind, dass sie sich vorbildlich verhalten haben. Ich war sehr verwundert, dass sich das nicht bis Istanbul herumgesprochen hat. Vor den Fans von Borussia Mönchengladbach muss man keine Angst haben.

DOMRADIO.DE: Es ist eigentlich nicht verboten, christliche Symbole in der Türkei zu tragen. Die Aufregung der Fans ist also nachvollziehbar?

Blättler: Das kann ich nachvollziehen. Wir müssen uns nicht schämen für unser Mönchengladbacher Stadtwappen! Das sollte man in jeder europäischen aber auch weltweit in jeder Stadt zeigen dürfen.

DOMRADIO.DE: Sie waren auch in Istanbul. Wie haben Sie denn die Stadt und die Menschen dort erlebt?

Blättler: Ich war 2015 in Istanbul. Ich habe die Stadt als sehr weltoffene und europäische erlebt. Insofern haben mich diese Vorfälle jetzt irritiert. Trotzdem war auch da schon zu spüren, dass eine politische Umwälzung in der Türkei und auch in Istanbul stattfindet.

DOMRADIO.DE: Wie haben Sie die Situation der Christen vor Ort erlebt?

Blättler: Auch das ist im Umbruch begriffen. Die Türkei ist von ihrer Herkunft her eher ein laizistischer Staat. Bis zum Jahr 2010 waren in der Türkei auch islamisch-religiöse Symbole noch verboten. Erst seit 2010 dürfen Frauen, zum Beispiel Studentinnen an Hochschulen, Kopftücher tragen. Unter Erdoğan wird dieses laizistische Staatsverständnis ein bisschen aufgeweicht. Aber die Hoffnung der Christen, auch ihre religiösen Symbole wieder zeigen zu dürfen, hat sich nicht erfüllt. Andere Religionen werden ein bisschen zurückgedrängt.

DOMRADIO.DE: Zurück zum Fußball. Wie kann denn nun die Diskussion wieder befriedet werden?

Blättler: Man sollte das Ganze jetzt auch im Bereich des Sports lassen. Niemand will auf dem Fußballplatz politische oder religiöse Auseinandersetzungen. Das ist ja die Stärke des Sports, dass es zur Verständigung zwischen kulturellen, nationalen und religiösen Unterschieden kommt. Ich hoffe, dass der Sport sich treu bleibt. Wir sollten jetzt als Christen und als Kirche den Vorfall nicht unnötig hochpushen. Ich würde da jetzt auch kein Öl ins Feuer gießen wollen. Ich finde richtig, dass die Gladbacher jetzt vor dem europäischen Fußballverband UEFA gehen und Beschwerde einlegen. Die Dinge sollten dort geklärt werden, wo sie hingehören, nämlich in Bereich des Sports.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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