Kinder spielen Fußball vor der Kathedrale Notre-Dame in Paris
Kinder spielen Fußball vor der Kathedrale Notre-Dame in Paris

15.07.2018

Die WM-Finalisten weisen manche Gemeinsamkeit auf Die "Feurigen" gegen die "Blauen"

Cevapcici oder Baguette? Krawatte oder Baskenmütze? "Viva Croatia" oder "Vive la France"? Die Heimatländer der beiden WM-Finalgegner sind bei den Deutschen vor allem als Urlaubsziele beliebt.

Schwer zu sagen, wo der Jubel größer war: am Mittwoch auf den Champs-Elysees, als Hunderttausende die Pariser Prachtstraße in eine Partymeile verwandelten, oder am Donnerstag auf dem Ban-Jelacic-Platz in Zagreb, wo weit und breit nur rot-weiße Karos zu sehen waren. Am Sonntag bestreiten Frankreich und Kroatien in Moskau das WM-Finale. Manch einer wird Frankreich als Weltmeister auf dem Zettel gehabt haben. Kroatien dagegen dürfte selbst unter Fans bis vor kurzem eher ein Geheimtipp gewesen sein.

Katholisch geprägte Länder

Kariert gegen blau: Die "Grande Nation" Frankreich scheint 20 Jahre nach ihrem letzten WM-Titel wieder mal "dran" zu sein. Auch das kleine Kroatien feierte 1998 seinen größten fußballerischen Erfolg, an dem sich alle kommenden Generationen messen lassen mussten. Bis jetzt: Vor 20 Jahren als WM-Dritter gefeiert, hat die aktuelle Mannschaft der "Vatreni", der "Feurigen", diesen Erfolg bereits mit ihrem Finaleinzug übertroffen.

Auf den ersten Blick scheinen die katholisch geprägten Länder – von den Deutschen gleichermaßen als Urlaubsziele geschätzt – eher gegensätzlich. Das nach Fläche und 67 Millionen Einwohnern große Frankreich als "Goliath" gegen "David" Kroatien mit nur 4 Millionen Einwohnern. Bei der Zahl der Inseln liegt aber Kroatien deutlich vorn: 1.246, davon 47 dauerhaft bewohnt. Frankreich kommt dagegen gerade mal auf 60 Inseln und Inselgruppen - die Überseegebiete freilich nicht berücksichtigt.

Historische Gemeinsamkeiten

Historisch gesehen gibt es durchaus Verbindungen zwischen West- und Südosteuropa. Fürst Trpimir I., im 9. Jahrhundert Herrscher über das sogenannte Dalmatinisch-Kroatien, rief die Benediktiner ins Land. Er bot einem gewissen Gottschalk von Orbais Zuflucht, als dieser im fernen Franken verfolgt wurde. Der gelehrte Mönch war wegen seiner radikalen Lehre von der doppelten Vorherbestimmung - der Auffassung, wonach Gott die Menschen schon vor ihrer Geburt den Erlösten oder den Verdammten zuordne - mit den Kirchenoberen in Konflikt geraten.

Ein gänzlich anderer Charakter vereinte ein Jahrtausend später in seinem Schaffen Frankreich und Kroatien - dürfte aber eher hierzulande bekannt sein. Der Franzose Pierre Brice (1929-2015) sorgte in den 60er und 70er Jahren beim westdeutschen TV- und Kinopublikum als Winnetou für Furore. Gedreht wurden die Karl-May-Verfilmungen im damaligen Jugoslawien.

Beeindruckende Landschaften wie auch Städte

Ein dorniges Kapitel ist in beiden Ländern die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Hier Anpassung an oder Kollaboration mit den Nazis, dort Widerstand und mitunter Heldenmut. In Frankreich lauten die entsprechenden Schlagworte Vichy-Regime und Resistance, in Kroatien sind es die faschistische Ustascha und die kommunistische Jugoslawische Volksbefreiungsarmee - der freilich auch schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden.

Die beeindruckende Landschaft in beiden Staaten ist über alle Konflikte erhaben - Bretagne, Provence oder Normandie auf der einen, Istrien, Dalmatien oder die Dinarischen Alpen auf der anderen Seite. Städte wie Paris, Marseille oder Nizza locken ebenso Besucher aus aller Welt an wie Dubrovnik, Split oder - seit ein paar Jahren im Kommen - die kroatische Hauptstadt Zagreb. Überall können Touristen entspannen oder speisen, besichtigen oder feiern wie der sprichwörtliche Gott in Frankreich.

Unterschiedliche Sprache

Lediglich das Französische dürfte dem Durchschnittsdeutschen etwas vertrauter klingen als das Kroatische; eine slawische Sprache, die nicht nur aus der Endsilbe "-ic" besteht, sondern auch aus teils schier unaussprechlichen Ansammlungen von Konsonanten - prominentes Beispiel: die Insel "Krk". Doch auch an französischen Akzenten und Nasallaute verzweifelt so mancher. Dass das Kroatische einige Lehnworte aus dem Französischen, etwa "plaza" für "Strand" oder "lavabo" für "Waschbecken" enthält, macht die Sache auch nicht einfacher.

Am Sonntag also laufen sie noch mal auf: Frankreichs Stars um Antoine Griezmann und Kylian Mbappe und die Kroaten um Luka Modric und Ivan Rakitic. In beider Nationalhymnen stehen die Zeichen auf Sieg: Die Kroaten besingen das "heldenhafte, liebe Land", die Franzosen den "Tag des Ruhmes".

Paula Konersmann

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