Kroatien um Stürmer Mario Mandzukic (r.) steht im WM-Finale
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Schwester Katharina im Fußballfieber
Schwester Katharina im Fußballfieber

12.07.2018

"Fußballnonne" blickt auf das große WM-Finale Herz gegen Kopf

Wer hätte das gedacht? Frankreich gegen Kroatien lautet das Finale der Fußball-WM. Für "Fußballnonne" Schwester Katharina eine Partie mit offenem Ausgang. Sie hat aber bereits einen Geheimtipp für die WM 2022 auf der Rechnung.

DOMRADIO.DE: Hatten Sie vorausgesehen, dass Kroatien das Halbfinale gegen England gewinnen würde?

Schwester Katharina: Auf keinen Fall. Wobei ich einfach sagen muss, dass ich nach Sympathie getippt habe. Die Engländer waren mit ihrer jungen Mannschaft so toll, wobei man auch sagen muss, dass sie die leichtere Seite im Turniertableau hatten. Wenn man gestern das Spiel gesehen hat, dann war Kroatien in der ersten Halbzeit ein wilder Hühnerhaufen und England richtig gut. Ich hatte das Gefühl, nach der Halbzeitpause war es ein komplett anderes England.

DOMRADIO.DE: Die Engländer wirkten trotz Vorsprung doch arg zurückhaltend, oder?

Schwester Katharina: Das habe ich überhaupt nicht verstanden. Ich hatte die vorher so begeisternd Fußball spielen gesehen. Ich habe mir deshalb auch gedacht, dass sie das Spiel gegen Kroatien gewinnen würden. Dann kam im Spiel aber auf einmal ein Bruch.

DOMRADIO.DE: Vielleicht war der Druck zu groß, weil man das Finale greifbar vor Augen hatte? Die Engländer wirkten verkrampft.

Schwester Katharina: Ja, das weiß man natürlich nicht. Die andere Seite ist aber, dass die Kroaten mit ihren hundertfach mehr Länderspielen viel mehr Erfahrung haben. Da muss man dem englischen Trainer Southgate zugutehalten, dass er gesagt hat: 'Wenn ich zwei gleichgute Spieler habe, nehme ich den Jüngeren.' Das heißt, er hat auf Zukunft gesetzt. Das hätte auch gut gehen können. Aber so ist es halt anders ausgegangen. Man muss zum Schluss sagen: Kroatien war einfach besser.

DOMRADIO.DE: Waren Sie froh, dass es kein Elfmeterschießen gegeben hat?

Schwester Katharina: Ich kann, muss ich gestehen, die Verlängerung nicht leiden. Jeder versucht dann, möglichst keinen Fehler zu machen und sich ins Elfmeterschießen zu retten. Wenn ich entscheiden könnte, würde ich sagen, dass direkt nach dem Abpfiff der regulären Spielzeit das Elfmeterschießen kommen sollte. Dann würden sich diejenigen, die es können, viel mehr mühen, um nach 90 Minuten zu gewinnen.

DOMRADIO.DE: Die Kroaten haben also zum ersten Mal den Einzug ins Finale geschafft. Das ist ja schon historisch. Aber die Engländer haben mir ein bisschen Leid getan nach dem Anpfiff.

Schwester Katharina: Ja, mir auch. Ich habe gedacht: die Armen. Aber auf der anderen Seite sind sie jung und sind schon so weit gekommen. Das hat ja niemand erwartet, dass sie mit ihrer jungen Mannschaft so weit kommen. Dass es dann am Anfang mal einen Dämpfer gibt, ist in Ordnung. Dann braucht man vielleicht nochmal vier Jahre, um die Erfahrung zu sammeln, die man braucht, um in so einem Halbfinale weiterzukommen.

DOMRADIO.DE: Viele vergleichen das jetzt ein bisschen mit der jungen deutschen Mannschaft von 2006, die acht Jahre später Weltmeister wurde. Wenn natürlich auch nicht alle Spieler von 2006 bis 2014 identisch sind. Finden Sie, dass der Vergleich passt?

Schwester Katharina: Das hab ich gestern auch gedacht. Ich hab gedacht, so war das damals. 2006 haben sie im Halbfinale verloren und sind begeisternd Dritter geworden. Das hatte nach der ganzen "Rumpel-Fußballerei" die Jahre vorher einen unwahrscheinlichen Boom ausgelöst. Deshalb hatte ich gestern eine ähnliche Assoziation. Das ist ein guter Start für die Engländer, vielleicht in vier Jahren ganz oben auf den Fußballthron zu steigen.

DOMRADIO.DE: Und Ihr Tipp für das Spiel um Platz drei, England gegen Belgien?

Schwester Katharina: Da glaube ich, dass die Belgier besser sind. Aber man weiß es natürlich nicht. Es kann natürlich auch nochmal andersherum Überraschungen geben. Bis jetzt habe ich ja mit meinen Tipps meistens nicht so gut gelegen. Jetzt könnte ich vielleicht doch mal Recht haben.

DOMRADIO.DE: Kroatien gegen Frankreich, so heißt es dann am Sonntag im WM-Finale. Was meinen Sie, hat Kroatien das Zeug dazu, zum ersten Mal überhaupt Weltmeister zu werden?

Schwester Katharina: Nach gestern Abend würde ich sagen: Ja. Die Klasse der einzelnen Spieler ist so hoch. Die haben das, was 2014 Deutschland hatte: Sie treten als Team auf. Sie binden die großen Stars ein und rackern sich miteinander bis zur letzten Sekunde ab. Da traue ich denen wirklich richtig viel zu. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass es Frankreich wird. Aber nachdem ich die Kroaten gestern Abend gesehen habe, habe ich gedacht: Das wird aber eng.

DOMRADIO.DE: Das Herz sagt das eine, der Kopf das andere. Jetzt müssen Sie sich mal festlegen. Was tippen Sie?

Schwester Katharina: Das ist mir selten so schwergefallen. Aber ich tippe jetzt zwei zu eins für Kroatien, so Leid es mir tut.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(DR)

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