Jonas Hector vom 1. FC Köln
Jonas Hector vom 1. FC Köln
Timo Horn vom 1. FC Köln
Timo Horn vom 1. FC Köln

27.04.2018

Fußballnonne über Moral im Sport "Worte der Dankbarkeit hört man nicht oft im Profisport"

Jonas Hector und Timo Horn vom 1. FC Köln verlängerten ihren Vertrag, obwohl der Abstieg des FC sehr wahrscheinlich ist. Eine Entscheidung, die ihnen viel Zuspruch einbringt - auch von Schwester Katharina, unserer Fußballnonne.

DOMRADIO.DE: Sie haben die Bundesliga eifrig mitverfolgt und fiebern gerade bei den letzten Spielen mit. Haben Sie sich gefreut über die Nachricht, dass Jonas Hector und nun auch Timo Horn beim 1. FC Köln bleiben?

Schwester Katharina Hartleib (Ordensschwester vom Franziskanerkonvent in Olpe und Fußballexpertin): Ich habe mich natürlich sehr gefreut. Jonas Hector war in der Hinrunde ja fast durchgängig verletzt. Und schon ab dem Moment, wo er wieder kam, merkte man dem Spiel mehr Sicherheit an. Dass es dann zum Schluss wahrscheinlich nicht reichen wird, hat viele Faktoren. Ich fand es erstaunlich, dass er seinen Vertrag trotzdem verlängert hat.

DOMRADIO.DE: Jonas Hector betonte, er wolle nicht gehen, sondern bleiben und das Missgeschick des sportlichen Abstiegs reparieren. Eine außergewöhnliche Entscheidung, oder?

Schwester Katharina: Ja. Er hat auch gesagt, er verdanke dem FC, dass er quasi von der Regionalliga bis zur Nationalmannschaft gekommen ist. Diese Worte der Dankbarkeit hört man nicht mehr allzu oft im Profisport, gerade im Profifußball. Dass er sagt: Ich möchte dem Verein zurückgeben, was ich ihm verdanke und helfen, dass wir in der nächsten Saison wieder aufsteigen, finde ich sehr, sehr gut. 

DOMRADIO.DE: Jonas Hector ist ja immerhin Nationalspieler. Setzt er nicht seine Karriere auf's Spiel?

Schwester Katharina: Das glaube ich nicht. Jogi Löw weiß schon, was er an Jonas Hector hat. Er gehörte in den letzten Jahren zu den wenigen sehr gesetzten Spielern in der Nationalmannschaft - immer in der ersten Mannschaft. Ich denke, wenn er so zwei, drei Jahre in der zweiten Liga wäre, könnte es schwierig werden. Aber ich glaube, dass die Mannschaft wieder aufsteigen wird. Und ich glaube nicht, dass er seine Karriere als Nationalspieler aufs Spiel setzt.

Wenn wir schauen, was Sportler so für Ziele haben... Philipp Lahm hat immer erzählt, dass er als kleines Kind immer klar hatte: Ich will mal den WM-Pokal in den HImmel stemmen. Jonas Hector hat vielleicht das Ziel, auf einem hohen Level zu spielen. Und wenn er es nun bis zum Nationalspieler geschafft hat, dann muss er nicht weiter tingeln, um mehr Millionen zu verdienen. Wenn das heißt, vielleicht dieses eine Jahr in der zweiten Liga zu spielen, dann ist das okay.

DOMRADIO.DE: Warum scheint es im Sport so schwierig zu sein, Entscheidungen zu treffen, die uns moralisch richtiger vorkommen?

Schwester Katharina: Wir reden ja -wenn wir ehrlich sind- immer über sehr wenige Profifußballer, die sehr viel Geld verdienen. Ich glaube, dass viele Leute mit reinreden, zum Beispiel die Berater in den Mannschaften, die für die Spieler immer noch Besseres und immer noch Höheres und immer noch mehr wollen. Und es ist immer nur eine ganz kurze Zeit, in denen Fußballer ihr Geld verdienen können.

Bei den inneren Überzeugungen zu bleiben, scheint wirklich sehr schwer zu sein, wenn man mal ein bisschen weiter oben gerochen hat und mitbekommt, dass auch noch ganz viele andere Dinge gehen. Es gibt Sportler wie Jonas Hector, der innere Überzeugungen und feststehende Ideale hat und dabei bleibt. Aber es gibt viele, die dies nicht haben - die im Sport nach oben kommen wollen und reich werden über alles setzen. Ich glaube, das ist der Unterschied.

Das Gespräch führte Tobias Fricke.

(DR)

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